Wirtschaft

Titel büßt mehr als 5 Prozent ein Aktionäre strafen Metro für Kaufhof-Verkauf

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Nach Einschätzung von Analysten ist der Verkauf eine gute Nachricht für Metro-Investoren. Die Börse schätzt anders.

(Foto: picture alliance / dpa)

Fast drei Milliarden Euro spült der Verkauf der Kaufhof-Warenhäuser dem deutschen Handelsriesen Metro in die Kasse. Laut Analysten ein wahrer Geldsegen, der das Unternehmen stärken kann. Die Aktionäre von Metro scheinen das jedoch anders zu sehen.

Der Verkauf der Warenhaustochter Galeria Kaufhof an den kanadischen Handelskonzern Hudson's Bay hat die Metro–Aktionäre nicht überzeugt. Im Gegenteil: Die Aktien verlieren am Morgen mehr als fünf Prozent und rutschen unter die 30-Euro-Marke. Damit sind sie zwischenzeitlich das Schlusslicht im Nebenwerte-Index MDax.

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Metro AG 14,78

Der n-tv-Bösenexperte Frank Meyer verweist bei der Suche nach Erklärungen für den Kursrutsch auf den Kaufpreis: Dieser sei niedriger ausgefallen als gedacht. Investoren hätten mit mindestens drei Milliarden Euro gerechnet, die Kanadier zahlen allerdings nun 2,825 Milliarden Euro. Eine anderer möglicher Grund für die Missstimmung an der Börse: "Das Geld wird nicht für eine Sonderdividende ausgeschüttet, sondern damit werden Schulden reduziert  - um 2,7 Milliarden Euro", so Meyer.

Analysten bewerten Verkauf als positiv

Der Abschlag von mehr als fünf Prozent für die Aktie ist aus Sicht von Meyer möglicherweise nicht gerechtfertigt und wohl auch dem heute insgesamt schwächelnden deutschen Aktienmarkt geschuldet. Andere Händler hatten bereits im Vorfeld vor Gewinnmitnahmen gewarnt. Metro hatten im laufenden Jahr bereits mehr als 22 Prozent an Wert gewonnen.

Auch nach Einschätzung von DZ-Bank-Analyst Herbert Sturm ist die Übernahme von Kaufhof durch Hudson's Bay eigentlich eine gute Nachricht für Investoren. Auch er hebt die Reduzierung der Nettoverschuldung von Metro hervor. Zudem entstehe aus dem Verkauf ein positiver Effekt auf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 700 Millionen Euro.

Die Analysten von Baader-Helvea empfehlen zudem, die Metro-Aktien zu halten. Sie rechnen mit einem Kursziel von 35 Euro, was rund fünf Euro mehr als am heutigen Morgen wären. Der Verkauf der Kaufhof-Häuser führe zu einem einmaligen Ertrag von zwei bis drei Euro je Metro-Aktie und passe zur Strategie der Metro-Gruppe, heißt es. Der Konzern könne nun nicht nur die Verschuldung senken, sondern auch in das verbleibende Geschäft investieren und die Dividendenausschüttung verbessern.

Karstadt-Eigentümer haben das Nachsehen

Der Verkauf an Hudson's Bay hatte sich schon Ende der vergangenen Woche abgezeichnet. Die Vereinbarung umfasst einer Mitteilung der Metro AG zufolge das in Deutschland vornehmlich unter Galeria Kaufhof sowie in Belgien unter Galeria Inno operierenden Warenhausgeschäft und die dazugehörenden Immobilien. Die Transaktion werde voraussichtlich Ende September 2015 abgeschlossen sein.

Damit stechen die Kanadier den Karstadt-Eigentümer Signa aus, die ebenfalls für Kaufhof geboten hatte. Der österreichische Karstadt-Eigner René Benko soll früheren Medienberichten zufolge ein Angebot in ähnlicher Höhe abgegeben haben.

Quelle: n-tv.de, kst/DJ/rts

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