Wirtschaft

"Die Eurozone ... scheitert" Alan Greenspan macht sich Sorgen

c33b04675bb71e7b13caddfe262d1fe1.jpg

Greenspan: Brexit ist nur die "Spitze des Eisbergs".

(Foto: dpa)

Der ehemalige Fed-Chef Greenspan sieht den Brexit als Teil einer viel größeren Krise. Tatsächlich stecke die Weltkonjunktur in ernsten Schwierigkeiten. Damit verbundene politische Probleme würden zunehmen - und die Griechen nicht mehr lange im Euro bleiben.

Für den früheren US-Notenbankchef Alan Greenspan stellt das Brexit-Votum der Briten für die Weltkonjunktur nur die "Spitze des Eisbergs" dar. Wie er in einem Interview mit CNBC sagte, gibt es darüber hinaus größere Probleme. "Die globale Konjunktur steckt in ernsten Schwierigkeiten", so Greenspan wörtlich.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,11

Die Ablehnung des Status Quo durch die Briten sei zurückzuführen auf eine "massive Verlangsamung" der Wachstumsraten der Realeinkommen, quer über Europa zu beobachten. Das schaffe ernste politische Probleme, die nicht einfach zu lösen seien. Hinter der Wachstumsverlangsamung stecke ein Rückgang der Arbeitsproduktivität. Die Regierungen müssten die Ansprüche senken, um darauf zu reagieren. Das größte Problem sei nicht eine Rezession, sondern Stagnation.

"Die Eurozone ... scheitert", so Greenspan weiter. "Griechenland hat richtig Ärger und wird nicht viel länger im Euro bleiben, unabhängig davon, was gerade passiert". Auf die Frage, was er als Fed-Chef tun würde, sagte Greenspan: "Ich würde mir Sorgen machen". Greenspan stand der US-Notenbank von 1987 bis 2006 vor.

Tatsächlich steht Europas Börsen mit der Wahl in Spanien schon die nächste Zerreißprobe bevor. Experten fürchten, dass EU-Kritiker wie das spanische Linksbündnis Podemos bei der Entscheidung am Sonntag noch mehr Zulauf bekommen und Investoren auf den Austritt weiterer Länder spekulieren könnten. Anleger müssen sich in jedem Fall auf weiter hohe Kursschwankungen und Verluste an den Aktienmärkten einstellen.

Quelle: n-tv.de, ppo/DJ

Mehr zum Thema