Wirtschaft

Gewinnsprung trotz Brexit Aldi profitiert von Großbritanniens Krisen

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Aldi konnte im letzten Geschäftsjahr seinen Gewinn um 49 Prozent steigern.

(Foto: REUTERS)

Mehr Kunden, mehr Umsatz, mehr Gewinne. Für Aldi läuft es grandios in Großbritannien, obwohl oder gerade weil das Land unter Brexit-Unsicherheit und Corona-Epidemie leidet. Und der Discounter will mehr.

Der Discounter Aldi kann in Großbritannien Zuwächse bei Umsatz, Gewinn und Marktanteil verzeichnen und will dort binnen zwei Jahren 1,3 Milliarden Pfund investieren. Aldi plane, trotz der Corona-Epidemie bis Ende 2021 rund 100 neue Filialen zu eröffnen, teilte die Kette mit. Damit wolle man die 3.000 Arbeitsplätze, die in der Corona-Krise bereits geschaffen wurden, um weitere 4.000 ergänzen. Zudem sollen rund 100 Läden modernisiert und Verteilzentren ausgebaut werden, um am wachsenden Onlinegeschäft teilhaben zu können.

Aldi, fünftgrößte Supermarktkette auf dem britischen Markt, hatte bereits angekündigt, dort bis zum Jahr 2025 rund 1200 neue Märkte schaffen zu wollen. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr den Umsatz um acht Prozent auf 12,3 Milliarden Pfund gesteigert. Der operative Gewinn kletterte sogar um 49 Prozent auf knapp 300 Millionen Pfund. Man habe zugleich eine Million neue Kunden gewinnen können, so der Discounter. In den letzten Jahren waren Aldi und Lidl in Großbritannien die am schnellsten wachsenden Supermarktketten.

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Aldi arbeitet in Großbritannien mit dem Lieferdienst Deliveroo zusammen.

(Foto: REUTERS)

Giles Hurley, Vorstandsvorsitzender von Aldi Großbritannien und Irland, sagte dem britischen Guardian: "Da die wirtschaftlichen Aussichten Großbritanniens immer unsicherer werden, machen sich die Familien mehr denn je Sorgen um ihre Lebensmittelrechnungen." Während der verunsichernden Brexit-Verhandlungen und der in Großbritannien verheerenden Corona-Epidemie hatte Aldi sich dort einen Marktanteil von rund acht Prozent erkämpft.

Die Kette will den Verbrauchern nun auch verstärkt Lebensmittel nach Hause liefern - diese hatten in der Coronakrise immer mehr Güter über das Internet bestellt. Aldi, das keinen flächendeckenden Lieferservice anbietet, führte letzte Woche einen Klick- und Abholservice ein. In Kooperation mit Deliveroo erprobt Aldi auch einen Schnelllieferdienst.

Quelle: ntv.de, lwe/rts