Wirtschaft

Symbolik im Kampf gegen Plastik Aldi verlangt Geld für Obsttütchen

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Plastikbeutel helfen zwar beim Transport, sind aber ein Umweltfrevel.

(Foto: imago images / epd)

Im vergangenen Jahr greifen Verbraucher im Schnitt 37 Mal zu einem Plastikbeutel, um darin Obst, Gemüse oder andere Produkte aus dem Supermarkt zu transportieren. Angesichts des hohen Plastikmüll-Aufkommens wählt Aldi nun eine symbolische Erziehungsmaßnahme.

Der Discounter Aldi schafft die kostenlosen Obst- und Gemüsebeutel aus dünnem Plastik ab. Wer bei dem Billiganbieter beim Einkauf von Äpfeln, Birnen oder Tomaten nicht auf den sogenannten Hemdchenbeutel verzichten will, muss dafür vom Sommer an einen Cent pro Stück zahlen, wie das Unternehmen ankündigte. Bisher bieten die großen Lebensmittelhändler die dünnen Kunststoffbeutel in ihren Obst- und Gemüseabteilungen in der Regel noch kostenlos an.

Laut neuen Zahlen des Bundesumweltministeriums wurden im vergangenen Jahr in Deutschland mehr als drei Milliarden der Hemdchenbeutel verbraucht. Das entspricht im Schnitt 37 Stück pro Verbraucher. Das ist zwar etwas weniger als 2017, aber mehr als in den Jahren 2015 und 2016. Grund ist unter anderem, dass Kunden ihre Einkäufe in die kostenlosen Knotenbeutel packen, seitdem Kunststoff-Tragetaschen kostenpflichtig sind.

Die Erfahrungen belegten, dass die Bepreisung der Plastiktaschen Verbraucher zum Umdenken bewegt habe, betonte Aldi-Managerin Kristina Bell. Einen ähnlichen Erfolg erhoffe sich der Discounter nun von dem "symbolischen Cent" für die Einwegtüten im Obst- und Gemüsebereich. Bell betonte: "Wir würden uns freuen, wenn andere Händler mitziehen. Denn nur durch eine branchenweite Lösung können wir bei der Reduzierung der Plastiktüte einen großen Schritt nach vorne machen."

Die Supermarktkette Real hat bereits angekündigt, die Beutel bis 2020 durch Papier ersetzen zu wollen. Aldi plant laut "Süddeutscher Zeitung", die kostenpflichtigen Knotenbeutel vom Sommer an aus Bioplastik fertigen zu lassen. Als Alternative zu den Hemdchenbeuteln will der Discounter zudem ab dem Herbst wiederverwendbare Netze für Obst und Gemüse verkaufen.

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Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/dpa

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