Wirtschaft

Grenzen für Internetkonzerne Altmaier will Kartellbehörden stärken

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Konzerne wie Google oder Facebook haben sehr viel Macht und bauen diese durch Zukäufe weiter aus.

(Foto: picture alliance / Rolf Vennenbe)

Konzerne wie Google und Facebook haben sehr viel Macht. Diese zu beschränken, ist für Kartellbehörden schwierig. Wirtschaftsminister Altmaier plant, die Kontrolleure früher ansetzen zu lassen, damit eine Marktbeherrschung gar nicht erst entsteht.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier plant neue Regeln, um die Macht von Internetkonzernen zu beschneiden, und zwar schon, bevor sie mächtig werden. "Kartellbehörden müssen künftig bereits eingreifen können, wenn ein Unternehmen mit unfairen Mitteln auf dem Weg zur Marktbeherrschung ist", sagte Altmaier der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Damit stellt sich Altmaier hinter einen Vorschlag von Ökonomen, der mehr Eingriffsmöglichkeiten für Kartellbehörden vorsieht. Die Vorschläge sollen am Dienstag vorgestellt werden.

Bisher müssen die Kartellbehörden lange warten, bevor sie wettbewerbsfeindliches Verhalten von Unternehmen ahnden können. So lange, bis die Unternehmen schon eine marktbeherrschende Stellung haben. Das solle sich ändern, berichtet nun die Zeitung. Dass Unternehmen den Wechsel ihrer Kunden zur Konkurrenz behindern, soll auch für kleinere Firmen verboten werden können.

Zudem solle es schwieriger werden, dass Internetkonzerne Startups aufkaufen. Das Kartellamt soll Firmenkäufe auch dann verbieten können, wenn ein marktbeherrschender Konzern systematisch wachstumsstarke kleinere Unternehmen kauft. Gleichzeitig soll es für Konkurrenten der Internetkonzerne einfacher werden, sich Daten von Google und Co. zu holen, um so ihr Geschäft zu vereinfachen.

"Die Digitalisierung verändert nicht nur unsere Art zu leben und zu arbeiten, sondern stellt auch unsere Wettbewerbsbehörden vor neue Herausforderungen. Gerade bei digitalen Plattformen beobachten wir Märkte, die nach dem Prinzip 'the winner takes it all' funktionieren. Ein Unternehmen sichert sich dabei immer mehr Marktmacht. Am Ende gibt es aufgrund von Netzwerkeffekten nur ein Unternehmen, das einen ganzen Markt beherrscht", sagte Altmaier dem Blatt. "Dabei soll sich das für den Verbraucher beste Unternehmen im freien Wettbewerb durchsetzen können."

Quelle: n-tv.de, mli/rts

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