Wirtschaft

Sechs Standorte betroffen Amazon-Mitarbeiter streiken bis Weihnachten

114073185.jpg

In den vergangenen Jahren wurde des Öfteren an den deutschen Amazon-Standorten gestreikt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit 2013 dauert der Tarifkonflikt bei Amazon an. Auch in diesem Jahr erhöht die Gewerkschaft Verdi den Druck auf den Online-Händler und ruft Hunderte Mitarbeiter zur Arbeitsniederlegung auf. Der US-Konzern sieht den Produkteversand vor Weihnachten aber nicht in Gefahr.

Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte des Online-Händlers Amazon zu mehrtägigen Streiks aufgerufen. Mitarbeiter an sechs Standorten legten von der Nacht an bis einschließlich 24. Dezember ihre Arbeit nieder. Ziel ist laut Verdi die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels sowie der Abschluss eines Tarifvertrages für gute und gesunde Arbeit. Bestreikt werden sollen die Standorte Werne, Rheinberg (beide Nordrhein-Westfalen), Leipzig (Sachsen), Koblenz (Rheinland-Pfalz) und zwei Standorte im hessischen Bad Hersfeld.

Amazon
Amazon 3.000,46

Verdi rechnet mit rund 1700 Streikteilnehmern. "Die Schließung des stationären Einzelhandels in der vergangenen Woche hat das Bestellaufkommen bei Versandhändlern wie Amazon noch einmal deutlich gesteigert. Während der Konzern seine Milliardengewinne weiter erhöht, verweigert er den Beschäftigten eine tarifvertragliche Bezahlung. Das sind Mindestbedingungen", sagte Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Der Tarifkonflikt bei Amazon dauert bereits seit 2013 an. Verdi fordert für die Mitarbeiter in den deutschen Amazon-Versandzentren tarifliche Regelungen, wie sie im Einzel- und Versandhandel üblich sind. Amazon nimmt indes Vereinbarungen der Logistikbranche als Maßstab, in der weniger bezahlt wird.

Bei Amazon hieß es zu ähnlichen Arbeitsniederlegungen in der Vergangenheit stets, Kunden würden nichts davon spüren. Pakete kämen pünktlich an, der Großteil der Mitarbeiter kümmere sich wie üblich um Kundenbestellungen. Amazon biete ein Umfeld, "in dem man gerne arbeitet, sich einbringen und erfolgreich sein kann", betonte der US-Konzern. Im derzeitigen Lockdown unterstütze Amazon Zehntausende kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland, indem es ihnen ermögliche, ihre Produkte online zu verkaufen.

Quelle: ntv.de, fzö/rts/dpa/AFP