Wirtschaft

Online-Riese greift Sender an Amazon buhlt um US-Sport

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Sind Spiele der NBA bald bei Amazon zu sehen?

(Foto: USA Today Sports)

Video-Streaming reicht Versandgigant Amazon als neues Geschäftsfeld nicht mehr aus: Einem Medienbericht zufolge sollen in den USA bald auch Football und Basketball live auf der Plattform zu sehen sein. Auch ein Geschäftsmodell für Deutschland?

Amazon greift nun offenbar die letzte Bastion der traditionellen amerikanischen Kabel-TV-Sender an: die Live-Übertragung von Sportpartien. Wie das in der Regel gut informierte "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider berichtet, verhandelt der Gigant aus Seattle schon seit längerer Zeit mit verschiedenen Profisportligen um deren Übertragungsrechte. Der Plan: Amazon will Spiele von NFL und NBA in seinem Prime-Abo einschnüren.

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Dem Bericht zufolge ist Amazon interessiert an den Rechten für Basketball (NBA), Baseball (MFL) und Football (NFL). Damit will der Konzern aus Seattle neue Kunden in sein Prime-Paket locken, die Spiele aber auch gleichzeitig einzeln verkaufen. Ein Insider spricht demnach von einem "exklusiven" Angebot, das Amazon vorbereitete. Eine Unternehmenssprecherin wollte den Bericht nicht kommentieren.

Auch in Deutschland wurde schon über ein mögliches Amazon-Interesse an den Übertragungsrechten für Spiele der Fußball-Bundesliga spekuliert. Und von NBA und NFL ist es kein weiter Weg bis in die deutsche Fußballbundesliga. Wenn in den nächsten Jahren die Übertragungsrechte wieder einmal unter den Hammer kommen, dürfte man wohl auch im Sillicon Valley mitbieten. Amazons aggresssive Geschäftspolitik zeigt, dass sich die bisherigen Platzhirsche Sky und ARD darauf einstellen müssen.

Im herkömmlichen Geschäft mit Videostreaming sind Netflix, Amazon und Co. schon lange feste Größen. Doch US-Sport übertragen fast ausschließlich die traditionellen Kabelsender. Diese letzte Mauer scheint Amazon nun einreißen zu wollen, verliert aber gleichzeitig die Streaming-Konkurrenz nicht aus den Augen: Erst kürzlich hat Amazon angekündigt, sein Video-Streamingangebot "Prime Instant Video" global auszubauen. Statt wie bisher nur eine Handvoll Länder zu bedienen (wie die USA, England oder Deutschland), soll der Dienst noch in diesem Jahr in rund 200 Ländern weltweit gestartet werden - darunter auch Indien. Das ist der größte derzeit offenstehende und damit auch der lukrativste Markt, da China das heimische Netz stark zensiert.

Zuversichtliche Analysten

Und die Börse? Die Strategie von Amazon, nicht mehr nur Online-Bestellungen zu verarbeiten, sondern auf immer mehr Geschäftsfeldern aktiv zu werden, beflügelt auch die Aktie. Die Papiere legten im US-Handel angesichts der Berichtes um knapp drei Prozent zu. 44 von 45 Analysten empfehlen das Papier einer Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge derzeit zum Kauf.

Seit Jahresanfang hat der Börsenwert des Giganten um zwölf Prozent zugelegt – aktuell notiert die Aktie knapp unter dem Rekordhoch bei 760 Dollar. JP Morgan traut dem Papier aufgrund des cleveren Standings Amazon beim E-Commerce im kommenden Jahr den Marsch über die 1000-Dollar-Schwelle zu.

Quelle: ntv.de, cas

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