Wirtschaft

Foodwatch siegt vor Gericht Amazon muss Gemüse-Herkunft nennen

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Das Gericht entscheidet: Bislang verstößt Amazon Fresh gegen europäisches Recht.

(Foto: picture alliance / Monika Skolim)

Seit 2017 liefert Amazon in Deutschland auch Lebensmittel aus. Wo Obst und Gemüse herkommen, versteckt der Internetriese allerdings hinter bis zu 13 Ursprungsländern. Ein Verstoß gegen europäisches Recht, sagt Foodwatch. Ein Gericht stimmt zu.

Der Online-Lebensmittelhändler Amazon Fresh muss die Herkunft von Obst und Gemüse eindeutig angeben: Das Landgericht München gab einer entsprechenden Klage von Foodwatch statt, wie die Verbraucherorganisation mitteilt. Amazon Fresh führte demnach für Weintrauben, Kopfsalat oder Tomaten bis zu 13 mögliche Ursprungsländer auf. Das sei "ein klarer Verstoß gegen europäisches Recht", habe das Gericht bestätigt.

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Lebensmittelhändler sind laut Foodwatch gesetzlich verpflichtet, bei den meisten frischen Obst- und Gemüsesorten das genaue Herkunftsland anzugeben. Das gilt auch für im Internet verkaufte Ware, wie das Landgericht München bekräftigt habe.

Foodwatch forderte die Bundesregierung auf, für eine bessere Kontrolle von Online-Lebensmittelhändlern zu sorgen. Die kommunale Struktur der Lebensmittelüberwachung sei in Zeiten von globalen Warenströmen und einer Zunahme des Internethandels nicht mehr zeitgemäß. "Gesetzliche Kennzeichnungspflichten gelten nicht nur für den Supermarkt um die Ecke, sondern auch für Big Player aus dem Silicon Valley", sagte Luise Molling von Foodwatch.

Amazon Fresh ist seit Mai 2017 in Deutschland aktiv. Bis Mitte letzten Jahren hat die Deutsche Post die Lebensmittel für den Internetriesen ausgeliefert. Seit dem Ende der Partnerschaft kümmert sich Amazon selbst um die Lieferung. Deutschlandweit macht der Onlinehandel bei Lebensmitteln laut dem Handelsverband HDE aber nur rund 1,2 Prozent des Umsatzvolumens von etwa 182 Milliarden Euro aus.

Quelle: ntv.de, chr/AFP