Wirtschaft

Frische Lebensmittel per Post DHL stoppt Lieferungen für Amazon Fresh

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Die Lebensmittel von Amazon werden nicht mehr von Post-Mitarbeitern ausgeliefert.

(Foto: picture alliance / Monika Skolim)

Vor etwas mehr als zwei Jahren startet Amazon hierzulande seinen eigenen Lebensmittel-Lieferdienst. Die Partnerin war seither die Deutsche Post DHL. Doch diese hat nun ihre Kooperation mit Amazon Fresh beendet, weil deutsche Verbraucher ihre frische Nahrung offenbar lieber traditionell einkaufen.

Die Deutsche Post DHL beendet die Auslieferung von frischen Lebensmitteln für Amazon in Deutschland. "Wir führen die Zusammenarbeit im Bereich frischer Lebensmittel nicht mehr fort", sagte eine Sprecherin des Bonner Konzerns und bestätigte einen Bericht der "Lebensmittel Zeitung". Zu Details wollte sie sich nicht äußern.

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Allgemein bleibe der Markt für online bestellte, frische Lebensmittel "bis dato weit hinter den Erwartungen zurück". "Aufgrund dieser Tatsache und der Komplexität des gesamten Prozesses haben wir unsere Aktivitäten in diesem Bereich deutlich reduziert", so die DHL-Sprecherin weiter. Die übrige Zusammenarbeit mit dem US-Onlineriesen sei von der Entscheidung aber nicht betroffen.

Der Lebensmittel-Lieferdienst Amazon Fresh startete im Mai 2017 in Deutschland, seitdem war die Deutsche Post DHL für den Konzern aktiv. Post-Chef Frank Appel trimmt das Paket-Geschäft derzeit auf Profit, nachdem dort in der Vergangenheit der Umsatz rasch gewachsen war, die Kosten aber aus dem Ruder liefen. Insbesondere hohe Kosten in der Brief- und Paketsparte im Gesamtjahr 2018 belasteten das Post-Gesamtergebnis, im zweiten Quartal dieses Jahres legten Umsatz und Gewinn in dem Segment wieder deutlich zu.

Fresh-Kunden haben nun neue Lieferanten  

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Branchenkennern zufolge liefert Amazon frische Lebensmittel bereits seit diesem Monat über ein eigenes Netzwerk mit Logistik-Partnern aus. Amazon teilte mit, das Unternehmen kommentiere Vertragsbeziehungen mit Geschäftspartnern grundsätzlich nicht. "Wir überprüfen unser Angebot regelmäßig und stellen sicher, dass wir in den Bereichen das beste Kundenerlebnis bieten, die aus unserer Sicht den Kunden immer wichtig sein werden: niedrige Preise, große Auswahl und schnelle Lieferung", betonte Amazon. Aus Unternehmenskreisen hieß es, für Kunden von Amazon Fresh ändere sich nichts.

Im vergangenen Jahr machte der Anteil des Online-Handels bei Lebensmitteln nach Zahlen des Handelsverbandes HDE in Deutschland nur rund 1,2 Prozent des Umsatzvolumens von etwa 182 Milliarden Euro aus.

Auch der Handelsriese Rewe hatte im Frühjahr berichtet, die Verbraucher in der Bundesrepublik seien beim Bestellen frischer Lebensmittel im Internet immer noch zurückhaltend. "Der Bereich ist langsamer wachsend als von vielen Experten angenommen", hatte der für das Digital-Geschäft bei dem Kölner Konzern zuständige Vorstand Jan Kunath gesagt. Trotzdem gilt der Bereich als Wachstumsmarkt der Zukunft, die Handelskonzerne investieren massiv.

Quelle: n-tv.de, cri/rts/dpa

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