Wirtschaft

Mehr als neue 2800 Stellen Amazon sucht Mitarbeiter in Deutschland

RTS1JWLQ.jpg

Amazon-Mitarbeiter im Logistikzentrum in Dortmund verfrachten fertige Pakete auf Fließbänder.

(Foto: REUTERS)

Der Onlineriese Amazon braucht für den schnell wachsenden deutschen Markt Verstärkung. Gesucht werden Berufseinsteiger ebenso wie Spezialisten. Der Konzern, der immer wieder wegen schlechter Arbeitsbedingungen in der Kritik steht, wirbt mit "exzellenter Bezahlung" und "attraktiven Zusatzleistungen".

Amazon will in seinen bundesweit mehr als 35 Standorten in Deutschland bis Ende 2019 mehr als 2800 neue, unbefristete Arbeitsplätze schaffen. Damit würde die die Zahl der Mitarbeiter nach Angaben des US-amerikanischen Onlineriesen auf deutlich über 20.000 steigen. Ebenfalls für dieses Jahr sei die Eröffnung des 13. Logistikzentrums in Mönchengladbach geplant.

Amazon
Amazon 1.792,60

Deutschland ist für Amazon der wichtigste Auslandsmarkt. Der Umsatz lag hier 2018 bei 19,9 Milliarden Dollar - eine Steigerung um 17 Prozent zum Vorjahr. Deutschland-Chef Ralf Kleber wirbt mit "exzellenter Bezahlung, hervorragenden Karrieremöglichkeiten und attraktiven Zusatzleistungen". Den Vorwurf, die Arbeitsbedingungen seien schlecht, weist er zurück. Das Unternehmen liegt seit Jahren im Clinch mit der Gewerkschaft Verdi.

Amazon suche "Menschen, die sich für digitale Innovationen begeistern und Neues erfinden möchten". Ansprechen möchte das Unternehmen sowohl Berufseinsteiger als auch erfahrene Fachkräfte, etwa Software-Entwickler, Sprachwissenschaftler und IT-Spezialisten. Die Arbeitsplätze entstünden vor allem an bestehenden und neuen Logistikstandorten, wo Mitarbeiter mit modernster Technologie arbeiten, hieß es. Ein Teil der Jobs dürfte allerdings auch auf einfache Lager-Tätigkeiten entfallen. Insbesondere diese stehen immer wieder in der Kritik.

Streit um Arbeitsbedingungen

Zuletzt hatte Verdi vor rund vier Wochen in Leipzig wieder zum Streik aufgerufen. Die Gewerkschaft fordert in zähen Kämpfen Tarifverhandlungen, denen sich das US-Unternehmen allerdings strikt verweigert. Stets wird auf "gute Bezahlung und attraktive Arbeitsbedingungen" hingewiesen. 

Der Streit ist vor allem über die Frage der Branchenzugehörigkeit entbrannt. Während Verdi von dem Online-Händler die Bezahlung nach den Tarifen des Einzelhandels einfordert, sieht sich Amazon als reiner Logistiker. Nach eigenen Angaben bezahlt das Unternehmen seinen Mitarbeitern in Deutschland mindestens 10,78 Euro brutto die Stunde.

Nach zwei Jahren kommen die Mitarbeiter im Schnitt auf ein Monatsgehalt von 2397 Euro inklusive weiterer Extras wie betriebliche Altersversorgung und subventionierte Kantinen. Zum Vergleich: Laut Lohnspiegel der Hans Böckler Stiftung aus dem Jahr 2013 verdient eine Verkäuferin im Einzelhandel mit Tarifbindung im Schnitt 2050 Euro.

Verdi kritisiert aber nicht nur die Bezahlung bei Amazon. Die Gewerkschaft wirft dem Unternehmen auch Arbeitshetze, Willkür und umfassende Mitarbeiter-Kontrolle vor.

Am Montag startet Amazons jährliches Verkaufs-Event Prime Day, bei dem Abonnenten des kostenpflichtigen Abo-Dienstes Prime mit Schnäppchen gelockt werden. In diesem Jahr wird die Aktion erstmals auf 48 Stunden ausgedehnt. Der Prime Day, den es in insgesamt 18 Ländern gibt, ist ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor für Amazon. Der Konzern hat mehr als 100 Millionen Prime-Kunden weltweit - genauere Zahlen nennt er nicht.

Quelle: n-tv.de, ddi/dpa

Mehr zum Thema