Wirtschaft

Leichte Verluste an Wall Street Anleger halten sich mit Aktienkäufen zurück

AP_21222534285863.jpg

Anleger an der Wall Street können sich noch nicht entspannen - der Dow Jones rutscht auf 36.074 Punkte.

(Foto: AP)

Händler zeigen sich erleichtert über die positiven Geschäftsberichte von US-Unternehmen. Dennoch legt der Dow Jones nicht zu - sondern sinkt um 13 Punkte. Großer Gewinner ist Boeing: Die Aktie befindet sich auf dem Höhenflug.

Die Wall Street hat sich zum Wochenstart volatil bewegt. Am Ende tendierten die Leitindizes wenig verändert. Zunächst waren die Anleger noch positiver gestimmt, ruhten doch Hoffnungen auf dem virtuellen Gipfeltreffen zwischen Chinas Staatschef Xi Jinping und US-Präsident Joe Biden am späten Abend. Das reichte aber nicht für eine nachhaltige Aufwärtsbewegung, zumal die Indizes sich in der Nähe ihrer Rekordhochs bewegen. Zwar setzten Anleger auf eine weitere Annäherung der USA und China im angespannten Verhältnis etwa bei Handelsfragen, hieß es. Doch gebe noch zu viele Fragezeichen.

Dafür setzt der ehemalige Chef der Fed von New York, William Dudley, Akzente. Er glaubt, dass die Fed ihr kurzfristiges Zinsziel von nahe Null auf drei bis vier Prozent anheben müsse. Die Notenbank müsse die Zinsen rascher und stärker anheben, "als die Leute glauben", sagte der noch immer einflussreiche Dudley in einem Interview mit Bloomberg TV. Der Dow-Jones-Index notiert 13 Punkte leichter bei 36.087 Zählern. Auch der S&P-500 und der Nasdaq-Composite tendieren nahezu unverändert. Belastet werden die Technologiewerte im Nasdaq von steigenden Renditen.

Boeing
Boeing 170,88

Vor dem Hintergrund der galoppierenden Inflation wird die Frage, wer künftig die US-Notenbank führen wird, immer bedeutsamer. Laut einem Bericht scheint Biden nur noch zwischen Amtsinhaber Jerome Powell oder der als geldpolitischen Taube geltenden Fed-Gouverneurin Lael Brainard zu schwanken. Deren Chancen waren zuletzt gestiegen, was an der Börse gern zur Kenntnis genommen wird.

Die Verluste halten sich indes in Grenzen. Insgesamt sprechen Händler von einer Erleichterung über die unerwartet positiv verlaufende Berichtsperiode der Unternehmen, die für eine freundliche Grundstimmung an der Wall Street sorge. "Anleger waren ziemlich besorgt über die Ergebnisse des dritten Quartals, aber wir haben diese sehr gut überstanden", sagt Investmentstratege Edward Smith von Rathbone Investment Management. Für Rückenwind sorgen auch positive Konjunkturdaten: Die Geschäftsaktivität des verarbeitenden Gewerbes im Großraum New York ist im November klar stärker gestiegen als erwartet.

Boeing mit guter Nachfrage

Boeing gewinnen 5,5 Prozent, nachdem der Flugzeugbauer am Wochenende über neue Aufträge für seine umgebauten Frachtmaschinen berichtet hat. Regeneron Pharmaceuticals ziehen um 2,6 Prozent an. Der Board des Unternehmens hat grünes Licht für einen bis zu 3 Milliarden Dollar schweren Aktienrückkauf gegeben. Für die ersten neun Monate 2021 hatte das Unternehmen jüngst einen Gewinn von 5,85 Milliarden Dollar berichtet.

Die American Tower (-4,3 Prozent) kauft das US-Unternehmen Coresite Realty Corp (+3,6 Prozent) für 10,1 Milliarden US-Dollar. Die Fusion soll zwei Unternehmen zusammenführen, die Kommunikations- und Dateninfrastrukturen zur Verfügung stellen. American Tower ist ein Immobilieninvestmentfonds, der über ein Portfolio von Hunderttausenden von Kommunikationstürmen und anderen Standorten verfügt. Coresite verfügt über ein Portfolio von Rechenzentren.

Der aktivistische Investor Mantle Ridge hat eine größere Beteiligung an Dollar Tree aufgebaut. Er will den Discount-Einzelhändler zu Maßnahmen zur Steigerung des Kurses zwingen. Aktuell legt dieser bereits um 14,3 Prozent zu. Der Börsenmantel (SPAC) Gores Guggenheim fusioniert mit Polestar, einem Hersteller von Elektrofahrzeugen. Die Titel ziehen um 15,5 Prozent an. Wework steigen nach Geschäftsausweis um 3,4 Prozent. Der Büroflächenverwalter hat den Verlust eingegrenzt. Tyson Foods rückten nach überraschend positiv ausgefallenen Viertquartalszahlen und der Verkündung eines Effizienzprogramms um 3,5 Prozent vor.

Ölpreise auf dem Rückzug

Ölpreis
Ölpreis 83,84

Der Dollarindex gewinnt kräftig um 0,5 Prozent. Devisen-Analysten gehen davon aus, dass der Greenback weiter zulegen wird. "Die überraschend starken US-Inflationsdaten der vergangenen Woche haben die Spekulationen genährt, dass die US-Notenbank schneller und aggressiver handeln muss, indem sie die Reduzierung der Anleihekäufe beschleunigt und eine Zinserhöhung anstrebt", heißt es von der ING.

Bei Gold tut sich nicht viel. Die Ölpreise geben dagegen im Tagesverlauf leicht nach: Händler sprechen von wieder hochgekochten Spekulationen, US-Präsident Biden könnte Teile der strategischen Erdölreserven der USA auf den Markt werfen. Am Rentenmarkt fallen die Notierungen. Der Renditeanstieg mit den kursierenden Zinserhöhungserwartungen setzt sich damit fort, doch ausgerechnet am kurzen Ende des Marktes nicht. Denn dieser reagiert sensibler auf Zinserhöhungsspekulationen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Juni 2022 war zuletzt deutlich gestiegen.

Quelle: ntv.de, lve/DJ

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen