Wirtschaft

Sorgenfalten am Anleihemarkt Anleger stoßen Portugal-Papiere ab

Portugal bereitet wieder Probleme. Die Ratingagentur DBRS äußert sich besorgt über die Wachstumsaussichten des Euro-Landes. Daraufhin gerät die zehnjährige Anleihe unter Druck. Portugal hatte 2014 den EU-Rettungsschirm verlassen.

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(Foto: picture alliance / dpa)

Portugal spürt nach kritischen Äußerungen einer Ratingagentur Gegenwind am Kapitalmarkt. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe schnellte am Dienstagnachmittag auf 2,81 Prozent in die Höhe. Der Anstieg fiel mit elf Basispunkten so stark aus wie seit dem Brexit-Schock vom Juni nicht mehr.

Die Papiere des Euro-Landes waren unter Verkaufsdruck geraten, nachdem ein Manager der Ratingagentur DBRS verstärkte Sorge über die Wachstumsaussichten des Landes geäußert hatte. Portugal war 2011 unter den EU-Rettungsschirm geflüchtet und konnte ihn erst 2014 verlassen, nachdem es mit 78 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt worden war.

Nun profitiert das Land vom Anleihenkaufprogramm der EZB, das es wie auch andere Euro-Staaten faktisch vor höheren Kreditkosten am Markt bewahrt. Doch Portugals Teilnahme hängt am seidenen Faden: DBRS bestätigte zuletzt die Mindestanforderung für die Kreditwürdigkeit und bewahrte es davor, aus dem Programm herauszufallen.

Ratingagentur will Kreditwürdigkeit im Oktober neu bewerten

DBRS-Manager Fergus McCormick sagte, es bleibe zwar beim stabilen Ausblick für Portugal. Doch die Wachstumsaussichten seien offenbar im dritten Quartal weiter schwach. Die Wirtschaft hatte im Frühjahr nur um 0,2 Prozent zugelegt. Portugal ist ebenso wie Spanien wegen überhöhter Defizite ins Visier der EU-Kommission geraten.

In Lissabon hat die Linksregierung Reformen der konservativen Vorgänger rückgängig gemacht. Das Land muss Brüssel im Oktober eine Liste mit Sparvorschlägen zuschicken, mit denen die von der EU geforderte Defizitobergrenze von drei Prozent wieder eingehalten werden kann. Danach will DBRS die Kreditwürdigkeit des Landes erneut bewerten.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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