Wirtschaft

Panik nach Urteil Anleger versetzen Bayer in den freien Fall

Fast 290 Millionen Dollar muss Bayer einem krebskranken US-Amerikaner zahlen. Ein Gericht stufte einen Unkrautvernichter der Tochter als Grund ein. 5000 weitere Klagen sind noch offen. Anleger befürchten Milliardenstrafen.

Nach dem US-Urteil zur Schadenersatzzahlung schmeißen Anleger beinahe panisch Bayer-Papiere aus ihren Depots. Für das Papier geht es steil bergab. Am frühen Morgen steht es mit mehr als zehn Prozent im Minus und führt die Liste der Verlierer im Frankfurter Leitindex Dax an. Ohne Bayer stünde der Dax leicht im Plus. Er fällt um 0,6 Prozent oder 78 Punkte. In Europa leidet besonders der Stoxx-Healthcare unter dem Crash der Bayer-Aktie. Der Chemie- und Pharmakonzern wurde in den USA zu einer Schadenersatzzahlung von 289 Millionen Dollar verdonnert im Zusammenhang mit einem glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmittel der Tochter Monsanto.

Bayer
Bayer 66,29

Ein Marktteilnehmer sprach mit Blick auf die Höhe der Zahlung von einer "bombastischen" Zahl. Die Erfahrung zeige zwar, dass diese in Berufungsverfahren zwar typischerweise deutlich reduziert werde. Allerdings steige mit dem Urteil das Risiko anderer Klagen. Er schließt nicht aus, dass auf Monsanto, und damit letztlich auf Bayer, Strafzahlungen in Milliardenhöhe zukommen könnten. Weltweit sieht sich Monsanto noch rund 5000 ähnliche Klagen gegenüber - allein 4000 in den USA.

Monsanto und Bayer hatten im Prozess auf "mehr als 800 wissenschaftliche Studien, die US-Umweltbehörde EPA, die Nationalen Gesundheitsinstitute und Aufseher weltweit" verwiesen, die zu dem Schluss gekommen seien, dass Glyphosat sicher sei und es keinen Krebs verursache. Dem entgegen steht jedoch insbesondere die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die den Unkrautvernichter 2015 als "wahrscheinlich krebserregend" für Menschen einstufte.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ/rts/dpa

Mehr zum Thema