Wirtschaft

iPhone verkauft sich schlechter Apple erwartet miese Zahlen

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Apple hat im abgelaufen Quartal wohl rund 50 Millionen iPhones verkauft.

(Foto: REUTERS)

Alles geht irgendwann zu Ende. Das gilt selbst für das rasante Wachstum von Apple. Erstmals seit vielen Jahren wird der Konzern sinkende Gewinne und Umsätze verkünden.

Apple blickt auf das schlechteste Quartal seit mehr als zehn Jahren zurück. Nach Börsenschluss in New York wird das Management aller Voraussicht nach bekanntgeben, dass sowohl Umsatz als auch Gewinn kräftig zurückgegangen sind. Das ist für jedes Unternehmen unerfreulich, doch für den erfolgsverwöhnten Apple-Konzern ist das eine regelrechte Zäsur. Denn Apple ist in den letzten Jahren rasant gewachsen und zum weltweit wertvollsten Konzern aufgestiegen – an der Börse ist Apple derzeit mehr als 580 Milliarden Dollar schwer.

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Zur Erinnerung: Das letzte Mal waren Apples Umsätze im Auftakt-Quartal 2003 gefallen. Damals war der sogenannte PowerMac das Apple-Produkt, das sich am besten verkaufte. Der iPod war noch nicht einmal zwei Jahre auf dem Markt, iTunes gab es noch nicht. Das iPhone auch nicht. Seitdem ging es steil nach oben.

Dass es nun abwärts geht, hat vor allem einen Grund – das iPhone. Es ist mit Abstand das wichtigste Apple-Produkt und sorgt für zwei Drittel des Umsatzes. Das bedeutet: Wie sich das iPhone schlägt, so schlägt sich Apple.

China im Fokus

Analysten erwarten, dass Apple im abgelaufenen Quartal deutlich weniger iPhones verkauft hat als vor einem Jahr. Im Schnitt rechnen sie mit einem Rückgang von 61,2 auf 50,4 Millionen verkaufte Geräte – das wäre ein Minus von satten 18 Prozent. Seit der Markteinführung des iPhones im Jahr 2007 waren die Verkaufszahlen stets gestiegen.

Die Gründe für die rückläufigen Verkäufe sind vielschichtig. Da ist zunächst China: Das Wirtschaftswachstum schwächt sich dort deutlich ab – und damit auch die Nachfrage nach teuren Smartphones. Der chinesische Markt ist für Apple extrem wichtig, er sorgt für etwa ein Viertel der Umsätze. Doch nicht nur in China, auch anderswo in der Welt ersetzen Menschen ihre Smartphones mittlerweile langsamer durch neue Geräte als zuvor.

Hinzu kommt: In vielen Entwicklungs- und Schwellenländern kaufen Kunden zunächst günstigere Smartphones. Apple verzichtet auf günstige Produkte und wartet darauf, bis sich dort viele Menschen ein iPhone leisten können. Das sorgt zwar für Milliardengewinne – aber auf Kosten von Marktanteilen. Seit März versucht Apple, dieser Entwicklung mit dem iPhone SE entgegenzusteuern. Das Modell ist etwas günstiger als Apples Premiumprodukte.

Im Vorfeld der Präsentation der Geschäftszahlen hatte der Konzern vor diesem Hintergrund angekündigt, im abgelaufenen Quartal voraussichtlich zwischen 50 und 53 Milliarden Dollar umzusetzen. Vor einem Jahr waren es noch 58 Milliarden Dollar. Für den Gewinn hatte Apple einen Rückgang von 13,6 auf 11,1 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.

Angesichts dieser noch immer starken Zahlen empfehlen die meisten Analysten die Apple-Aktie weiterhin zum Kauf. Ihr Kursziel liegt im Schnitt bei 132,70 Dollar. Derzeit kostet das Papier etwas mehr als 105 Dollar. Grund für den Optimismus: Das neue iPhone 7, das wahrscheinlich im Herbst kommt, werde das Wachstum massiv anschieben. Bis dahin müsse man ein paar schwächere Monate aushalten.

Quelle: n-tv.de

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