Wirtschaft

Mehr als 200 Millionen ohne Job Arbeitslosenzahl steigt weltweit immer weiter

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Arbeitslose in den USA.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Tendenz ist eindeutig, und Experten sind alarmiert: Weltweit gibt es immer mehr Arbeitslose - allein in diesem Jahr voraussichtlich drei Millionen mehr. Und Hunderte Millionen sind prekär beschäftigt.

Die Vereinten Nationen äußern sich besorgt über die Entwicklung auf den globalen Arbeitsmärkten. Die Zahl der Menschen auf Jobsuche werde 2017 um 3,4 Millionen steigen, teilte die Internationale Arbeitsorganisation (Ilo) in Genf mit. Damit werde die Zahl der Arbeitslosen im laufenden Jahr weltweit 201 Millionen erreichen. Im Jahr 2018 werde die Zahl der Arbeitslosen dann auf knapp 204 Millionen anwachsen.

Aufgrund der immer größer werdenden Weltbevölkerung bleibt die globale Arbeitslosenrate in den Jahren 2017 und 2018 der Ilo zufolge allerdings konstant bei jeweils 5,8 Prozent. Im Jahr 2016 betrug die Zahl der Arbeitslosen global noch knapp 198 Millionen.

Die Ilo erklärt die Beschäftigungsprobleme vor allem mit dem schwachen Wachstum der Weltwirtschaft. "Das Wirtschaftswachstum ist weiter enttäuschend", sagte Ilo-General-Direktor Guy Ryder. Zudem müsse die Welt noch immer die Schäden der Finanzkrise, die 2008 begann, reparieren, so der Brite.

1,4 Milliarden sind sozial ungeschützt

Ryder bezeichnete die wachsende Zahl der Menschen, die in prekären Verhältnissen ihr Geld verdienen, als "alarmierend". Im laufenden Jahr werden den Angaben nach 1,4 Milliarden Menschen oder fast 43 Prozent der globalen Erwerbspersonen sozial ungeschützt beschäftigt sein.

Sie arbeiten etwa als Tagelöhner oder als Hilfskräfte in Familien und haben in der Regel keine Arbeitslosen-, Kranken- oder Rentenversicherung. Die meisten dieser Menschen leben in armen Regionen wie Südasien und in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara, hieß es. Ilo-Chef Ryder verlangte von den Regierungen, die Schaffung von "anständigen" Jobs mit sozialem Schutz voranzutreiben.

Die Ilo ist eine Spezialorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf. Sie setzt sich vornehmlich für die Rechte und Belange von Arbeitnehmern ein.

Quelle: ntv.de, npa/epd