Wirtschaft

"Zunehmender Druck"Audi- und VW-Händler rechnen mit Preisanstieg

06.01.2026, 10:02 Uhr
00:00 / 02:14
Neuwagen-der-Marken-Volkswagen-Audi-und-Cupra-stehen-vor-der-Auslieferung-auf-einem-Parkplatz-im-Werk-von-Volkswagen-in-Zwickau-In-dem-Fahrzeugwerk-laufen-ausschliesslich-vollelektrische-Autos-vom-Band
Im Fahrzeugwerk von Volkswagen in Zwickau laufen ausschließlich vollelektrische Autos vom Band. (Foto: picture alliance/dpa)

Die deutsche Autobranche leidet unter einer Reihe von Problemen. Eine preisliche Entlastung ist für 2026 nicht zu erwarten. Der Vorsitzende des VW- und Audi-Verbands Sauer-Wagner sieht dennoch Potenzial im Bereich der Elektromobilität.

Die Händler von Volkswagen und Audi erwarten 2026 weiter steigende Autopreise. "Wir sehen zunehmenden Preisdruck, gleichzeitig steigen die Kosten", sagte Alexander Sauer-Wagner, Vorsitzender des VW- und Audi-Partnerverbands, dem Handelsblatt. Gestiegene Zinsen, höhere Energie- und Personalkosten sowie wachsende Bürokratie lasteten auf den Autohäusern. "Wir arbeiten heute mehr, dokumentieren mehr, berichten mehr - aber am Ende bleibt weniger hängen", sagte Sauer-Wagner.

Für das Jahr 2025 zieht der Vorsitzende eine gemischte Bilanz. Den Absatz der VW-Kernmarke sieht er auf einem "ordentlichen Niveau", der Marktanteil liege wieder bei rund 20 Prozent- sowohl mit Verbrennern als auch mit Elektroautos. Bei Audi spüre der Verband aber eine deutliche Kaufzurückhaltung im Premiumsegment, sagt Sauer-Wagner dem Handelsblatt. Der intensive Wettbewerb führe dazu, dass Kunden sehr genau vergleichen. Die Listenpreise würden "in der Tendenz deshalb eher steigen".

Für E-Autos sieht der Verbandschef dennoch Verkaufspotenzial. Maßgeblich sei nicht primär der Listenpreis, sondern die monatliche Leasingrate. "Elektromobilität läuft heute fast ausschließlich über Leasing. Wenn wir mit der Rate unter das Niveau eines vergleichbaren Verbrenners kommen, funktioniert der Verkauf." Für 2026 halte er eine Annäherung der Leasingraten von Elektro- und Verbrennermodellen für möglich.

Die Lockerung vom Verbrenner-Aus durch die EU sieht Sauer-Wagner dabei nicht als hinderlich an. "Langfristig denke ich, dass sich die Elektromobilität durchsetzen wird. Aber ohne klare politische Linie verschiebt sich die Entscheidung vieler Kunden."

Quelle: ntv.de, raf/rts

AutoindustrieVolkswagenAudiPreiseAutohändler