Wirtschaft

Tiefrote Spuren auf Pkw-Markt Autobauer können Nachfrage nicht bedienen

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Neuwagen auf dem Weg zum Kunden - es könnten deutlich mehr sein.

(Foto: imago images/Geisser)

Verbraucher würde gern - können aber nicht: Die Hersteller sind vielfach nicht in der Lage, die gewünschten Neuwagen zu liefern. Zumeist, weil sie sie wegen fehlender Bauteile gar nicht erst bauen können. Allerdings hellen sich die Prognosen für die kommenden Monate zunehmend auf.

Die Chipkrise hat den deutschen Automarkt weiter fest im Griff: Im November brach der Neuwagenabsatz fast ein Drittel (31,7 Prozent) auf nur noch rund 198.000 Fahrzeuge ein, wie aus der Neuzulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes hervorgeht. Im Oktober waren die Neuregistrierungen sogar um 35 Prozent gefallen, im September um gut ein Viertel. Grund für den massiven Rückgang sind nach Branchenangaben die anhaltenden Produktionsausfälle wegen fehlender Bauteile. Die Autobauer müssen immer wieder die Produktionsbänder anhalten und Mitarbeiter zeitweise nach Hause schicken.

Das Resultat: Trotz hoher Nachfrage können die Hersteller nicht genug neue Autos ausliefern. Die privaten Neuzulassungen nahmen laut KBA um 33,4 Prozent ab, die gewerblichen Neuzulassungen um 30,6 Prozent. Alle Marken - außer der Marke Mini von BMW - verzeichneten demnach zweistellige Rückgänge. Dabei traf es Ford mit einem Rückgang um 55 Prozent am stärksten. Audi und VW büßten mit 45 und 42 Prozent ebenfalls deutlich ein, genauso wie Mercedes mit minus 37 Prozent und BMW mit minus 32 Prozent. Mit 14,9 Prozent war VW trotz des Rückgangs erneut die anteilsstärkste deutsche Marke.

Trotz des erneut hohen Zulassungsrückstands sehen Experten inzwischen aber Licht am Ende des Tunnels. "Immerhin ist es nicht noch schlechter geworden", sagte ein Sprecher der Unternehmensberatung EY. Der Trend scheine gebrochen. Darauf deuten auch Aussagen aus der Branche hin, die von einer langsamen Entspannung der Chipversorgung ausgehen.

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Dennoch dürften die Neuzulassungen das Corona-bedingt bereits schlechte Vorjahr unterschreiten. Der Importeursverband VDIK wie auch EY gehen von rund 2,6 Millionen Pkw-Registrierungen aus, 300.000 weniger als 2020. In den ersten elf Monaten beläuft sich das Minus auf gut acht Prozent. Insgesamt wurden somit knapp 2,4 Millionen Fahrzeuge an die Kunden übergeben.

Im kommenden Jahr dürfte sich der Automarkt angesichts des hohen Auftragsbestands deutlich erholen. Der VDIK etwa rechnet mit einem Anstieg um 15 Prozent auf rund drei Millionen Fahrzeuge.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/AFP/DJ

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