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Investition in Batteriezellen BMW wandelt auf Teslas Spuren

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Für Elektroautos wie den BMW i3 investiert der Konzern Millionen in die Batteriezellen-Forschung.

(Foto: picture alliance / Jan Woitas/dp)

Elektroauto-Pionier Tesla will in den kommenden Jahren eine Fabrik nahe Berlin aufbauen. "Es gibt keine besseren Bedingungen, dies zu tun, als hier in Deutschland", sagt der Chef des deutschen Konkurrenten BMW. Im gleichen Atemzug kündigt der Konzern eigene ambitionierte Pläne an.

BMW wertet die Entscheidung des Elektroauto-Herstellers Tesla für ein Werk bei Berlin als Kompliment für den Standort Deutschland. "Wir sehen jetzt gerade in diesen Tagen, dass die System-integratorische Kompetenz für die Produktion ganz kriegsentscheidend ist", sagte BMW-Chef Oliver Zipse in München.

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Es gehe um den Bau hochkomplexer Fahrzeuge, sagte Zipse mit Blick auf elektrische Antriebe und andere technische Neuerungen. "Es gibt keine besseren Bedingungen, dies zu tun, als hier in Deutschland", fügte der Manager hinzu, ohne Tesla beim Namen zu nennen. "Das ist der Hauptgrund, warum immer mehr Wettbewerber hier auch in Deutschland ihre Zelte aufschlagen."

Zipse stellte in diesem Zuge ein neues Forschungszentrum für Batteriezellen-Technik vor. Dort will der Konzern alle Schritte von technischen Grundlagen bis zur Entwicklung wirtschaftlicher Produktionsprozesse erforschen. Die Produktion der Zellen selbst will der Konzern weiterhin an externe Partner vergeben - nach den von BMW entwickelten Maßstäben. "Die Batteriezell-Technologie ist ein zentraler Erfolgsfaktor unserer Elektro-Offensive", sagte Zipse. Sie habe Einfluss auf Leistung und Kosten der Gesamtbatterie.

Dass man mit Kosten von 200 Millionen ein eigenes Zentrum für die Batteriezellforschung mit bis zu 200 Mitarbeitern errichtet, erklärte Zipse damit, dass es sich um eine sehr spezifische Technologie handele. Da sei es sinnvoll, "das hier zu bündeln". BMW hat derzeit nicht vor, die Batteriezellen selbst zu bauen. Das übernehmen derzeit Samsung und CATL. Im Kompetenzzentrum will das Unternehmen aber Batterien entwickeln, die speziell auf die Bedürfnisse seiner Autos abgestimmt sind. In die Entwicklung sollen auch die Hersteller einbezogen werden.

Konzern will wichtige Rohstoffe selbst beziehen

Eine wachsende Rolle spielt für BMW auch der Einkauf der Rohstoffe. Ab 2020 will das Unternehmen Lithium und Kobalt selbst beziehen und den Herstellern der Batteriezellen zur Verfügung stellen. Kobalt soll dann nur noch aus Minen in Australien und Marokko stammen, Lithium unter anderem aus Australien.

Insbesondere Kobalt ist ein für die Elektromobilität wichtiger aber problematischer Rohstoff. Abgebaut wird das Mineral hauptsächlich in der Demokratischen Republik Kongo - oft unter menschenunwürdigen Bedingungen. Langfristig schließt BMW nicht aus, Kobalt auch wieder von dort zu beziehen. Voraussetzung sei aber, dass die Produktion den Standards des Unternehmens entspreche.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts/dpa

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