Wirtschaft

Internetbank in der Kritik Bafin verhängt Wachstumsbremse für N26

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Die Bank hatte in diesem Jahr die Marke von sieben Millionen Kunden erreicht und besaß zuletzt mehr als 1500 Mitarbeiter.

(Foto: picture alliance / photothek)

Die Berliner Smartphone-Bank N26 gerät nicht zum ersten Mal ins Visier der Finanzaufsicht. Nachdem das Unternehmen bereits wegen Mängeln bei der Geldwäsche-Bekämpfung Strafe zahlen musste, will die Bafin jetzt das starke Wachstum des wertvollsten deutschen Fintechs drosseln.

Die Finanzaufsicht Bafin lässt bei der Berliner Internetbank N26 nicht locker. Sie setzte zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate einen Sonderbeauftragten ein, der überwachen soll, ob das expansionsstarke Institut seine Mängel im Risikomanagement behebt, wie die Bafin mitteilte. Die Bank muss nun die Schwachstellen innerhalb einer festgelegten Frist beseitigen.

Die Mängel hingen mit dem zuletzt starken Wachstum der Bank zusammen. N26 erklärte auf Anfrage, das Geldhaus stehe in regelmäßigem und vertrauensvollem Austausch mit den Aufsichtsbehörden. Die Bank sei überzeugt, sämtliche Feststellungen vollumfänglich und fristgerecht umsetzen zu können. Die Finanzaufseher ordneten unter anderem an, das Kundenwachstum bei der expansionsstarken Bank zu begrenzen. Die Bank darf nun maximal mit 50.000 Neukunden pro Monat wachsen. Der neue Sonderbeauftragte soll fortlaufend über die Umsetzung der Schritte berichten.

Die Bank hatte in diesem Jahr die Marke von sieben Millionen Kunden erreicht und besaß zuletzt mehr als 1500 Mitarbeiter. Bei der jüngsten Finanzierungsrunde hatte die Handybank im Oktober mehr als 900 Millionen Dollar eingesammelt. Mit einer Bewertung von neun Milliarden Dollar ist N26 das wertvollste deutsche Fintech-Unternehmen.

Das 2013 von Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal gegründete Unternehmen war bereits wegen Mängeln bei der Geldwäsche-Bekämpfung ins Visier der Finanzaufsicht geraten. Wegen der Schwachstellen musste N26 eine Millionenstrafe an die Bafin zahlen. Es kommt nicht oft vor, dass die Bafin eine Bank zur Zahlung einer so hohen Strafe verdonnert. Die Aufsicht hatte erstmals im Mai einen Sonderbeauftragten eingesetzt, der die Verbesserung der internen Abläufe und IT-Systeme kontrollieren sollte.

Quelle: ntv.de, jki/rts

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