Wirtschaft

Banken zum Rapport Bafin verlangt Offenlegung der Türkei-Risiken

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Die deutschen Finanzaufseher fürchten, dass die Misere am Bosporus Ansteckungsgefahren bergen könnten.

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Wegen der Währungskrise in der Türkei kontrolliert die Finanzaufsicht die Banken hierzulande laut einem Medienbericht engmaschiger. Deutsche Geldhäuser haben am Bosporus gut 20 Milliarden Euro im Feuer. Sie selbst beschwichtigen.

Die Finanzaufsicht Bafin hat laut einem Medienbericht die Überwachung der Türkei-Engagements der deutschen Banken verschärft. Eine Reihe von Instituten müsse die deutsche Behörde inzwischen "regelmäßiger" als ohnehin, und zwar vielfach wöchentlich, über ihr Engagement am Bosporus informieren, berichtete die "Börsen-Zeitung" unter Berufung auf eine nicht näher bezeichnete Quelle.

Dabei dürfte es sich um eine kleine bis mittlere zweistellige Zahl von Banken handeln, heißt es. Derzeit gehe die Bafin nicht davon aus, dass Engagements in der Türkei die Existenz eines der Institute unter ihrer Aufsicht gefährde. Von der Bafin lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Eine engere Überwachung nach dem Absturz der türkischen Lira kommt nicht überraschend. Nach Daten der Bundesbank hatten die deutschen Geldhäuser im Juni fast 21 Milliarden Euro in der Türkei im Feuer. Die Lira hat seit Anfang des Jahres annähernd 40 Prozent ihres Werts eingebüßt.

Kreditwirtschaft beschwichtigt

Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK), der Zusammenschluss der fünf deutschen Bankenverbände, bleibt derweil derweil gelassen. Das Engagement der deutschen Institute sei überschaubar und die Lira-Schwäche kein Problem für deutsche Kreditinstitute, erklärte die DK vor zwei Wochen. Nach Angaben von Banken handelt es sich oft nur um kurzfristige Geschäfte. Ein Großteil davon sei durch Kreditversicherungen geschützt.

Auch Commerzbank-Chef Martin Zielke bezeichnete Mitte August das Engagement seines Instituts als überschaubar. Es entspreche nur 0,6 Prozent des Geschäftsvolumens (Exposure at Default), sagte Zielke im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW). Per Ende Juni betrug das Türkei-Engagement des Instituts 2,5 Milliarden Euro. Vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Entwicklungen würden Volkswirtschaften wie die Türkei eng beobachtet, erklärte die Commerzbank im Halbjahresbericht.

Viele türkische Unternehmen haben Kredite in Dollar oder Euro aufgenommen. Den Banken drohen daher durch die Abwertung der türkischen Lira zunächst keine Währungsverluste. Allerdings wird es für die Firmen schwieriger, ihre Kredite zurückzuzahlen.

Quelle: n-tv.de, ddi/rts

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