Wirtschaft

Achsen an ICE 3 werden gewechselt Bahn einigt sich mit Industrie

Mehr als ein Jahr nach dem Entgleisen eines ICE in Köln haben sich die Deutsche Bahn und die Hersteller Siemens und Bombardier über die notwendig gewordene Umrüstung der gesamten ICE-3-Flotte geeinigt.

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Wie Bahn-Chef Rüdiger Grube in Berlin mitteilte, werden Siemens und Bombardier an allen ICE der dritten Generation sämtliche der sogenannten Treibradsatzwellen austauschen. Wer die Kosten für diese rund 1200 Achsen trägt, ließen beide Seiten offen.

Ein Bahn-Sprecher sagte, die Einigung der Finanzierung sei das Kernthema der Vereinbarung gewesen. Mit der Vereinbarung seien auch die vom damaligen Bahn-Chef Hartmut Mehdorn nach dem Unfall angedrohten Klagen gegen Siemens und Bombardier vom Tisch.

Der Bahn zufolge müssen die Treibradsatzwellen zunächst neu entwickelt und dann erprobt werden. Dafür sei die Industrie verantwortlich. Ausgetauscht werden könnten die Achsen, sobald das Eisenbahn-Bundesamt die Zulassung erteilt habe. Grube erklärte, er sei erleichtert über die Einigung.

Rechtsstreit soll vermieden werden

Im Sommer hatte die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, der Bahn sei durch die Folgen der Panne insgesamt ein Schaden von 250 Mio. Euro entstanden. Dafür habe Grube von Siemens und Bombardier bei der Umrüstung der ICE satte Rabatte verlangen wollen. Ein Rechtsstreit sollte demnach vermieden werden, da dieser vermutlich Jahre dauern würde und beide Seiten - also Bahn und Industrie - aufeinander angewiesen seien.

Der Kölner ICE war im Juli vergangenen Jahres nach dem Bruch einer Radsatzwelle entgleist. Seitdem werden die Achsen alle 30.000 bis 60.000 Kilometer per Ultraschall auf Schäden untersucht - anstatt der ursprünglich vorgesehen 300.000 Kilometer. Das deutlich kürzere Wartungsintervall führte zu Verspätungen im Bahnverkehr und hohen Kosten. Die neuen Achsen sollen erheblich längere Wartungsintervalle haben. Für die Kunden ändere sich bis zur Umsetzung des Austauschprogramms nichts, erklärte Grube.

Quelle: ntv.de, AFP

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