Wirtschaft

Verhandlungen nach Warnstreik Bahn hat diesmal mit EVG mehr Probleme

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Die Züge rollen wieder. Es läuft aber noch nicht ganz reibungslos.

(Foto: dpa)

Bei der Bahn läuft einen Tag nach dem Warnstreik der Gewerkschaft EVG noch nicht alles rund. Während das Unternehmen den Fahrplan wieder eintaktet, gehen die Tarifgespräche mit GDL und EVG weiter. Haben die Reisenden vorerst Ruhe?

Bei der Deutschen Bahn ist es auch am Tag nach dem unerwartet heftigen Warnstreik der Gewerkschaft EVG noch vereinzelt zu Problemen gekommen. Die Fernzüge seien aber mittlerweile wieder nach Plan unterwegs, sagte eine Bahnsprecherin. "Nach den kleineren Verspätungen und wenigen Ausfällen ist der Verkehr jetzt stabil."

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Der Staatskonzern will unterdessen seine Tarifgespräche fortsetzen. Die Bahn muss dabei mit zwei Gewerkschaften verhandeln. Im thüringischen Eisenach begannen die Gespräche mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). "Wir sind weiter zuversichtlich", sagte ein GDL-Sprecher zum Auftakt. Zu inhaltlichen Zwischenschritten wollten sich beide Seiten zunächst nicht äußern. Bahn und GDL hoffen erklärtermaßen auf einen Abschluss. Zuletzt fehlte noch eine Verständigung über die Ausgestaltung der Lohnerhöhung. Bahn-Personalvorstand Martin Seiler hatte die Verhandlungen nach dem jüngsten Treffen am Samstag "kurz vor dem Ziel" gesehen.

Am Nachmittag stehen in Berlin dann auch Gespräche mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) an. Die EVG hatte zu Wochenbeginn zu einem bundesweiten Warnstreik aufgerufen, der Millionen Reisende und Pendler getroffen hatte. ICE und Intercitys fuhren für mehrere Stunden nicht, auch viele Regionalzüge standen still.

Die Tarifverhandlungen mit der EVG sind diesmal schwieriger als mit der GDL. Es gebe noch "erhebliche Streitfragen" etwa bei Laufzeit und Prozenten, sagte EVG-Sprecher Uwe Reitz dem WDR. Das Angebot der Bahn sei aus Sicht der Kollegen unzureichend gewesen. Sie hätten aber immer gesagt, einen schnellen Abschluss zu wollen.

GDL darf nur bei gescheiterter Schlichtung streiken

Die EVG war wie die GDL mit einer Forderung nach 7,5 Prozent mehr Einkommen in die Tarifrunde eingestiegen. Die Bahn hatte ihr neben einer Einmalzahlung von 500 Euro eine Entgelt-Erhöhung in zwei Stufen angeboten: 2,5 Prozent zum 1. März 2019, weitere 2,6 Prozent zum 1. Januar 2020, bei einer Vertragslaufzeit von 29 Monaten.

Bei der GDL droht nicht so schnell ein Arbeitskampf: Die GDL darf aufgrund einer Vereinbarung erst streiken, wenn eine Schlichtung gescheitert ist. Auch GDL-Chef Claus Weselsky erschien in Eisenach. Dort tagen auch turnusmäßig Hauptvorstand und Bundestarifkommission der GDL.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa