Wirtschaft

Neue Streiks schon in Sicht Bahn hofft auf Regelbetrieb ab Freitag

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Der Regionalverkehr im Westen ist etwas weniger betroffen als im Osten.

(Foto: imago images/Michael Gstettenbauer)

Bahnreisende brauchen auch heute Geduld: Die Lokführer legen am zweiten Tag in Folge weite Teile des Verkehrs bei der Deutschen Bahn lahm. In den westdeutschen Regionetzen ist die Lage etwas entspannter als im Osten.

Kunden der Deutschen Bahn müssen sich auch heute auf Verspätungen und Zugausfälle einrichten. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) setzt ihren am Mittwoch begonnenen Streik im Güter- und Personenverkehr noch bis in die Nacht zum Freitag fort. Die Bahn setzt nach eigenen Angaben alles daran, am Freitag wieder den Regelbetrieb zu fahren. Sowohl im Fern- als auch im Nahverkehr komme es weiterhin zu starken Beeinträchtigungen für die Fahrgäste. Die verkehrenden Züge seien zum Teil sehr stark besetzt.

Wie bereits am Vortag sollen auch am Donnerstag nur rund 25 Prozent der Fernzüge nach einem Sonderfahrplan verkehren, hat die Deutsche Bahn angekündigt. Insbesondere in den westdeutschen Regionetzen könnten erneut etwas mehr Züge fahren, weil hier noch mehr beamtete Lokführer ohne Streikrecht ihren Dienst tun. In einigen Metropolen verkehrte die S-Bahn im 20-Minuten-Takt.  Wegen des höheren Organisationsgrads der GDL im Osten waren unter anderem zwischen Berlin, Leipzig und Dresden am Mittwoch kaum Züge unterwegs. In einigen Metropolen verkehrte die S-Bahn dagegen im 20-Minuten-Takt, meldete die Bahn.

 GDL-Chef Claus Weselsky hat bereits mit weiteren Streiks gedroht. Insbesondere die von der Bahn vorgeschlagene lange Laufzeit von 40 Monaten für den Tarifvertrag müsse vom Tisch. Zu seinen Gefolgsleuten sagte Weselsky: "Ich verspreche euch nicht, dass es am Freitag schon vorbei ist. Aber wir gehen sorgsam mit unserer Tarifmacht um." Eine Entscheidung über weitere Arbeitskampfmaßnahmen soll erst in der kommenden Woche fallen.

Nicht bestreikt werden Konkurrenten der Deutschen Bahn, die im Regional- und Güterverkehr beträchtliche Marktanteile haben. Bei ihnen kam es am Mittwoch ihren Verbänden zufolge nur zu vereinzelten Störungen.

Bahn dringt auf längere Vertragslaufzeit

Die Lokführergewerkschaft kämpft um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder bei der Deutschen Bahn. Anders als die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) will sie in diesem Jahr keine Nullrunde bei den Gehältern akzeptieren. So will die GDL bei den Mitarbeitern im internen Machtkampf mit der EVG punkten.

Die GDL fordert Lohnerhöhungen wie im öffentlichen Dienst von rund 3,2 Prozent sowie eine Corona-Prämie von 600 Euro im laufenden Jahr. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll 28 Monate betragen. Auch um Betriebsrenten wird gerungen. Wegen Milliardenverlusten in der Pandemie will die Bahn die Erhöhung auf spätere Stufenzeitpunkte verteilen, bei einer Vertragslaufzeit von 40 Monaten. Hinzu kämen Leistungen zur Altersvorsorge und der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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