Wirtschaft

"Beunruhigende Tendenz" Bahnpersonal wird öfter Ziel von Angriffen

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Manche Passagiere lassen ihren Frust an Zugbegleitern aus.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Gewalt im Schienenverkehr nimmt zu: Mitarbeiter von Bahnunternehmen werden immer häufiger durch Attacken verletzt, erklärt das Bundesinnenministerium. Die Linke sieht Frust über die schlechte Leistungen des Unternehmens als Grund.

Mitarbeiter von Bahnunternehmen werden immer häufiger Opfer von gewalttätigen Angriffen. Allein in den ersten neun Monaten des Jahres wurden bereits 1981 Angriffe auf Bahnmitarbeiter gemeldet - mehr als im Gesamtjahr 2015, schrieb das Bundesinnenministerium in einer Antwort auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag, aus der die "Passauer Neue Presse" zitierte. 2015 wurden demnach 1876 Körperverletzungen auf Bahnmitarbeiter registriert, 2016 waren es 2374 und 2017 dann bereits 2550.

Bei der Bundespolizei fielen die registrierten Übergriffe dem Bericht zufolge etwas geringer aus. Dort wurden auch Gewaltdelikte gegen Mitarbeiter anderer Eisenbahnunternehmen aufgenommen. Demnach lag die Zahl der angezeigten Übergriffe 2017 mit 1593 etwas niedriger als 2016 mit 1666, wenngleich immer noch deutlich höher als 2015 mit 1453.

Die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann sprach von einer "beunruhigenden Tendenz" angesichts der Entwicklung. "Die Beschäftigten erfahren täglich den angestauten Frust über schlechte Leistungen ihres Unternehmens, im schlimmsten Fall bis hin zur Gewalt", erklärte Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin ihrer Fraktion, der Zeitung.

Gleiches gelte für Post und Paketzusteller wie DHL. Nicht die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien für schlechten Service verantwortlich, sondern die Unternehmensführungen, erklärte Zimmermann.

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Quelle: n-tv.de, fzö/AFP

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