Wirtschaft

Keine Kursänderung in Tokio Bank von Japan verharrt in Beobachterrolle

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Noch hat die japanische Notenbank mit ihren vielen Einzelmaßnahmen das Inflationsziel nicht erreicht.

(Foto: imago/Science Photo Library)

Japans Notenbank passt ihre Inflationserwartungen leicht nach unten an. Auch die Wachstprognose wird revidiert. In der Folge ändert sich an ihrem bisherigen Kurs nichts.

Die japanische Notenbank hat bei dem Erreichen ihres Inflationsziels keine Eile. Trotz einer Abwärtsrevision ihres Preisausblicks hat sie an ihrer Geldpolitik nicht gedreht. Der Rat der Bank of Japan (BoJ) entschied in seiner ersten Sitzung des Jahres, den Leitzins bei minus 0,1 Prozent und die Zielrendite der zehnjährigen Staatsanleihen bei null zu belassen. Gleichzeitig senkte sie ihre Inflationserwartungen für die nächsten zwei Jahre.

In ihrem vierteljährlichen Ausblick, der gemeinsam mit der Zinsentscheidung veröffentlicht wurde, geht die BoJ bei den Verbraucherpreisen in der Kernrate ohne frische Lebensmittel von einem Anstieg von 0,9 Prozent im Fiskaljahr per Ende März 2020 aus. Im vorherigen Ausblick, der im Oktober 2018 veröffentlicht worden war, hatte die Prognose noch auf einen Preisanstieg von 1,4 Prozent gelautet. Für das Fiskaljahr bis Ende März 2021 rechnet die Notenbank nun mit einem Preisanstieg von 1,4 statt 1,5 Prozent.

Nicht berücksichtigt in den Inflationsprognosen sind die Effekte einer geplanten Umsatzsteueranhebung im Oktober und die Auswirkungen der Entscheidung von Premierminister Shinzo Abe, die zusätzlichen Einnahmen aus der Steuererhöhung zu nutzen, um Vorschulen gebührenfrei zu machen.

Seit Amtsantritt 2013 hat Notenbank-Gouverneur Haruhiko Kuroda das Ziel von zwei Prozent Inflation ausgegeben. Nun teilte die BoJ mit, sie rechnet immer noch mit einem sukzessiven Anstieg der Inflation in Richtung dieses Ziels.

Keine Änderungen erwartet

Die Notenbank rechnet mit einem Wachstum der japanischen Wirtschaft im Fiskaljahr bis März 2020 von 0,9 Prozent und 1,0 Prozent im folgenden Jahr. Zuvor hatte die Prognose auf 0,8 Prozent für beide Jahre gelautet. Der Ausblick für das laufende Fiskaljahr wurde auf 0,9 von 1,4 Prozent gesenkt. Ein Erdbeben und ein Taifun im September 2018 haben das Wachstum eingetrübt.

Die Zentralbank hielt an jährlichen Staatsanleihekäufen von 80 Billionen Yen fest (etwa 641 Milliarden Euro). Obwohl die Ankäufe im vergangenen Jahr bei 38 Billionen Yen lagen, werde Zentralbank an ihrer Kommunikation festhalten, um die Märkte nicht zu überraschen, insbesondere nach der jüngst gesehenen Instabilität samt Kursrückgängen an den Börsen, sagte eine mit dem Denken der Notenbank vertraute Person.

"Sollte die BoJ Ambitionen haben, Änderungen an der Geldpolitik vorzunehmen, werden diese durch solche Marktentwicklungen voraussichtlich gedämpft, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt", sagte Ökonom Naohiko Baba von Goldman Sachs in Tokio, der früher selbst bei der BoJ war. Er erwarte 2019 keine Änderungen der Notenbank-Politik.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ

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