Wirtschaft

Herkunftsnachweis bei Einzahlung Banken kritisieren schärfere Bargeld-Regeln

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Die Verbände sehen das Bargeld stigmatisiert.

(Foto: imago images/Jens Schicke)

Geht es nach der Finanzaufsicht Bafin, müssen Kunden bei der Einzahlung hoher Beträge zukünftig die Legalität des Geldes nachweisen. Sparkassen und Genossenschaftsbanken protestieren vehement gegen dieses Vorhaben. Die Pläne seien aus diversen Gründen nur schwer umsetzbar.

Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind gegen schärfere Geldwäsche-Regeln bei der Einzahlung von Bargeld. Sie kritisierten Pläne der Finanzaufsicht Bafin, den Banken über Anwendungshinweise vorzuschreiben, bei Bar-Einzahlungen ab 10.000 Euro grundsätzlich schriftliche Herkunftsnachweise zu verlangen. Bei Gelegenheitskunden soll dies den Plänen zufolge schon ab 2500 Euro greifen.

Bargeld werde stigmatisiert, ohne dass ein Mehrwert bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung entstehe, erklärten der Deutsche Sparkassen- und Giroverband sowie der Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken gemeinsam. Die geforderten Dokumente könne kaum ein Bankmitarbeiter auf Echtheit überprüfen.

Schon jetzt sei abzusehen, "dass Kunden der Nachweis der legalen Herkunft der eingesetzten Vermögenswerte in vielen Fällen unmöglich sein wird", betonten die Verbände. Zudem seien Ausweichtransaktionen zum Beispiel über Edelmetallhändler zu befürchten. Darüber hinaus seien die Kreditinstitute vielfach in den Kontoverträgen dazu verpflichtet, Bargeld als Einzahlung anzunehmen.

"Anstelle die absehbar weitgehend wirkungslose Inpflichtnahme einer einzelnen Branche zu erwägen, sollte sich die Bundesregierung zu dem Vorhaben der Europäischen Kommission positionieren, eine EU-weite allgemeine Obergrenze für Bargeldzahlungen einzuführen", forderten die Banken deshalb.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/DJ

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