Wirtschaft

Extremwetter bedroht Existenzen Bauern fordern höhere Preise wegen Hitze

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Die anhaltende Trockenheit sorgt für Ernteausfälle.

(Foto: dpa)

Die ungewöhnlich hohen Temperaturen und der ausbleibende Regen sorgen diesen Sommer für immer mehr Ernteausfälle. Die betroffenen Landwirte fordern schnelle Lösungen für ihren Einkommensausfall. Auch, wenn das höhere Preise im Supermarkt bedeutet.

Wegen der Hitze und Dürre in Teilen Deutschlands möchte die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) höhere Preise für Agrarprodukte und einen Agrar-Gipfel mit Ernährungsbranche und Handel. Alle Akteure sollten gemeinsam rasche, unbürokratische Hilfsmaßnahmen auch jenseits finanzieller Unterstützung diskutieren und beschließen, fordert der ökologisch orientierte Verband.

"Eine existenzbedrohliche Krise kann nur gemildert werden durch eine schnelle und faire Anhebung der Erzeugerpreise", so die AbL. Die Partner der Landwirtschaft wie Molkereien und Schlachthöfe, aber auch die Bauern müssen danach Verantwortung übernehmen.

In anderen Branchen sei es üblich, Mindererlöse und Mehraufwand über den Preis an die Abnehmer weiterzugeben, teilten Martin Schulz, Bauer aus dem Wendland, und Ottmar Ilchmann, Bauer aus Ostfriesland, als Sprecher der AbL mit. Vor allem genossenschaftliche Vermarkter müssten ihre Kunden über die Lage der Bauern aufklären und auf höhere Preise dringen. Staatliche Hilfen wie Steuerstundungen und frühere Auszahlung der Prämien seien "nur ein Tropfen auf den heißen Stein."

Bei der Suche nach Auswegen dürfe es "keine Denkverbote geben", schrieb der Zusammenschluss von Biobauern und konventionell wirtschaftenden Betrieben weiter. So brauche es für Biobetriebe zeitlich befristete Ausnahmen für den Zukauf von Futter und eine Ausnahme von den im vergangenen Jahr verschärften Regeln fürs Düngen. Weil die Ernte in manchen Regionen schlecht ausfällt und teils keine Zwischenfrüchte angebaut werden können, dürften die Bauern nach dem neuen Recht weniger düngen. Damit wäre ein "erneutes Überlaufen der Güllelagerstätten im nächsten Winter wahrscheinlich", warnt die AbL.

Quelle: n-tv.de, agr/dpa

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