Wirtschaft

Extra-Bereiche in der Kantine Bayer trennt Geimpfte von Ungeimpften

Während Ärztepräsident Reinhardt sich in der deutschen Gastronomie flächendeckend 2G vorstellen kann, schaffen einige Konzerne bereits Fakten: In Kantinen und Cafeterias von Bayer, Eon oder Alltours sollen künftig Geimpfte und Ungeimpfte in eigenen Bereichen essen müssen.

Bayer, Eon und Alltours wollen geimpften und genesenen Mitarbeitern eigene Kantinenbereiche oder eigene Cafeterias anbieten. Das berichtet die Düsseldorfer "Rheinische Post". In diesen Sonderbereichen dürften Beschäftigte völlig ungezwungen zusammensitzen, während diejenigen, die sich nicht impfen lassen oder keine Auskunft über ihren Impfstatus geben, weiterhin mit Abstandsregeln, Masken und/oder Trennwänden beim Essen leben müssen. Der Versicherungskonzern Ergo prüft nach eigenen Angaben eine vergleichbare Regelung.

Bayer spricht von mehreren aktuell startenden Pilotprojekten für Kantinenbereiche nur für Geimpfte und Genesene. Es wird wie bei den anderen Firmen betont, dass Nicht-Geimpfte weiterhin einen Zugang zu Kantinen haben. Alles werde "in enger Zusammenarbeit" mit den Betriebsräten geplant, erklärte Bayer laut dem Bericht.

Im Zuge einer Umfrage bei zwölf führenden Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen setzen die Firmen der Zeitung zufolge für ihre Anti-Corona-Strategie weiterhin auf hohe Home-Office-Quoten. Es beteiligten sich demnach neben Alltours, Bayer, Eon und Ergo auch Deutsche Post, Deutsche Telekom, Henkel, LEG Wohnen, L'Oreal Deutschland, RWE, ThyssenKrupp und Vodafone. Auch nach dem Ende der Pandemie wolle man am Home-Office festhalten, zitiert das Blatt die Unternehmen.

Bayer: Geimpfte bilden freiwillige Arbeitsgruppen

Bayer berichtete, die Beschäftigten würden sich auf eigene Faust zu Arbeitsgruppen ohne Ungeimpfte zusammentun: "Selbstorganisierte Gruppen (zum Beispiel in Mehrpersonen- oder Großraumbüros, in Laboren oder Teilbereichen der Produktion) können unter freiwilliger Anwendung der 2G-Regel (geimpft oder genesen) ohne Abstand und Maske zusammenarbeiten oder Arbeitsmeetings in Präsenz-Meetings durchführen", fasste die Zeitung die Konzernaussage zusammen.

Im Vorfeld des Deutschen Ärztetages plädierte Ärztepräsident Klaus Reinhardt dafür, dass alle Bundesländer für Gastgewerbe, Sport und Veranstaltungen als Option 2G - nur für Geimpfte und Genesene - einführen. Reinhardt nannte das einen zusätzlichen Impfanzreiz und bemängelte, das medizinische Personal sei an der Belastungsgrenze. Während die Zahl der Neuinfektionen derzeit wieder stark ansteigt, wolle niemand erneut erleben, dass planbare Operationen abgesagt werden müssten.

Quelle: ntv.de, mau

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