Wirtschaft

Schweiz und Panama geben klein bei Bericht: USA werden zur größten Steueroase

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In der Studie werden Steuerschlupflöcher in den USA kritisiert.

(Foto: imago/Westend61)

Eine Studie wirft den USA vor, Initiativen gegen Steuerhinterziehung zu blockieren und gleichzeitig Steuerschlupflöcher zu begünstigen. Während die Schweiz unter Druck gesetzt werde, stiegen die USA zur Steueroase auf.

Von wegen Panama: Zur größten Steueroase der Welt sollen sich derzeit die USA entwickeln. Das geht aus einer aktuellen Studie der Grünen-Fraktion im Europaparlament hervor, über die die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet. Verantwortlich für die Studie zeichnet der argentinische Anwalt Andres Knobel von der Nichtregierungsorganisation Tax Justice Network.

Zum einen werden in der Studie Schlupflöcher kritisiert, mit denen die Nutznießer von Briefkastenfirmen verborgen werden können. Dies ist vor allem deshalb pikant, da vor allem die USA Druck ausgeübt hatten, damit Länder wie die Schweiz ihr Bankgeheimnis preisgeben und Steuerhinterziehungen erschweren. Auch das mit den Panama Papers unter Druck geratene Land Panama hatte jüngst erklärt, sich internationalen Spielregeln beugen zu wollen.

Zum anderen wirft die Studie den USA vor, internationale Initiativen zur Bekämpfung von Geldwäsche, Korruption und Steuerhinterziehung zu blockieren. Etwa zur Identifizierung und Nennung der Profiteure von Briefkastenfirmen, aber auch beim automatischen Bank-Datenaustausch zwischen den Finanzämtern der Welt.

Die Europäische Union weise bei der Bekämpfung von Geldwäsche Fortschritte vor, in den USA gebe es dahingehend jedoch kaum Bemühungen, kritisiert der Autor. Die jüngsten Vorschläge der amerikanischen Regierung, die bislang am Kongress gescheitert sind, gingen seiner Ansicht nach nicht weit genug und entsprächen nicht den Standards der Financial Action Task Force. Letztere ist das internationale, bei der OECD angesiedelten Gremium zur Geldwäschebekämpfung.

Quelle: n-tv.de, kst

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