Wirtschaft

Drastischer Anstieg bei Immobilien Betongold-Umsatz schwillt an

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Sprunghafter Anstieg bei Preisen und Umsatz: Der Bauboom erfasst Deutschland nicht in der Fläche.

(Foto: dpa)

Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank hat teure Nebenwirkungen: In Deutschland erlebt die Bau- und Immobilienbranche einen beispiellosen Boom. Die Preise steigen teils drastisch - mit erheblichen Spannen zwischen Ost und West.

Auf dem deutschen Immobilienmarkt sind im vergangen Jahr nach Schätzungen von Experten erstmals mehr als 200 Milliarden Euro umgesetzt worden. Gegenüber 2014 seien die Umsätze um 16 Prozent auf 214 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Immobilienforschungsinstitut Gewos auf Basis eigener Berechnungen mit.

Mit 150 Milliarden Euro wurde demnach ein Großteil des Umsatzes mit dem Verkauf von Eigentumswohnungen, Eigenheimen, Mehrfamilienhäusern und Bauland erzielt. Der Bau von Gewerbeimmobilien wie Büros, Lagerflächen oder Industriehallen trägt demnach etwas mehr als ein Viertel zum Gesamtumsatz bei. Seit 2010 hat sich der Umsatz mit Wohnimmobilien um 53 Prozent erhöht.

Nebenwirkung der EZB-Politik

Gleichzeitig steigen die Preise rasant. Laut den Gewos-Experten waren neue Eigentumswohnungen im Jahr 2010 noch 40 Prozent günstiger als heute. Allein im vergangenen Jahr mussten die Käufer 12 Prozent mehr auf den Tisch legen als 2014.

Der Bauboom in Deutschland - getrieben von historisch niedrigen Zinsen - dürfte den Einschätzungen der Marktbeobachter zufolge anhalten. Für das laufende Jahr prognostiziert die Gewos eine Umsatzsteigerung von 8 Prozent, 2017 von 7 Prozent.

Extreme Preise in Potsdam und München

Wie unterschiedlich sich die Preise in Deutschland entwickeln, zeigt eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Demnach müssen Häuslebauer in München bis zu 100 Mal so viel für einen Bauplatz bezahlen wie in Teilen Ostdeutschlands.

Die Spannen sind enorm: In mittleren Lagen werden im Osten demnach teils nur 12 Euro je Quadratmeter fällig, in München bis zu 1200 Euro. Im bundesweiten Durchschnitt gaben die Eigenheim-Bauherren 2014 rund 105 Euro für einen Quadratmeter Bauland aus und damit 10 Euro mehr als sechs Jahre zuvor, wie es im Bericht "Wohnungs- und Immobilienmärkte in Deutschland 2016" heißt. Im Schnitt bauen die Bundesbürger ihr Eigenheim demnach auf 670 Quadratmetern.

In den Wachstumsregionen Deutschlands wird der Ansturm auf freie Wohnungen aus Sicht des Bundesinstituts weitergehen. Der Neubau komme vielerorts aber nicht schnell genug voran, weil nicht genügend Bauland verfügbar sei. Abseits der Ballungsräume sinke wegen fehlender Nachfrage jedoch die Wirtschaftlichkeit des Immobilienbesitzes. "Das ist vor allem mit Blick auf den Stellenwert von Immobilien als Altersvorsorge problematisch", hieß es in dem Bericht.

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Heiße Preise in einzelnen Regionen: Durchschnittspreise für Ein- und Zweifamilienhäuser in der Deutschland-Übersicht (Anklicken zum Vergrößern).

(Foto: obs)

Quelle: n-tv.de, mmo/DJ/dpa

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