Wirtschaft

AKW für Klimaziele nutzen Biden will Atomstrom billiger machen

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Kühlturm eines Atomkraftwerks in der Nähe von Spring City im US-Bundesstaat Tennessee.

(Foto: picture alliance / AP Images)

Die Klimaziele der US-Regierung sind ehrgeizig. Um bei der Stromerzeugung auf eine Null-Emission zu kommen, nimmt Präsident Biden auch die 90 Atomkraftwerke des Landes auf die Agenda. Insider lassen durchsickern, dass Steuergutschriften für Atomstrom geplant sind. Umweltschützer sind dagegen.

Die US-Regierung erwägt Insidern zufolge Steuererleichterungen für Atomkraftwerke, um die verschärften Klimaziele von Präsident Joe Biden zu erreichen. Dabei sollten die Betreiber bestehender AKWs eine Form von Unterstützung erhalten wie gegenwärtig die Wind- und Sonnenenergiebranche, erfuhr Reuters von drei mit der Debatte vertrauten Personen. "In der Regierung setzt sich zunehmend die Einsicht durch, dass sie die Kernenergie braucht, um ihr Null-Ausstoß-Ziel zu erreichen", sagte eine von ihnen. Die Hilfe solle Teil von Bidens Investitionsprogramm im Volumen von 2,3 Billionen Dollar werden. Eine Stellungnahme der Regierung liegt bisher nicht vor.

Biden peilt eine klimaneutrale Energiewirtschaft bis 2035 an. Im Wahlkampf kündigte er an, die Erforschung von neuen, fortgeschrittenen Atomkraftwerken vorantreiben zu wollen. Allerdings steht der Demokrat - wie bereits seine Vorgänger Barack Obama und Donald Trump - vor der Herausforderung, die bestehenden 90 Atomkraftwerke des Landes vor dem Abschalten zu bewahren. Die Branche kämpft mit hohen Wartungskosten sowie der Konkurrenz durch Erdgas und dem immer billiger werdenden Strom aus Wind- und Sonnenenergie.

Schnelle Hilfe für Atomindustrie

Den Insidern zufolge prüft die Regierung daher nun eine Ausweitung von Steuergutschriften auf die Kernenergie, die sich nach der produzierten Strommenge richten. Einigen Experten zufolge wäre dies ein vergleichsweise schneller Weg, um der Atomindustrie Hilfe zukommen zu lassen. Biden kann sich bei seinem Vorhaben der Unterstützung von Gewerkschaften sicher sein, da die Angestellten in Atomkraftwerken so gut bezahlt werden wie kaum jemand anderes in der Energiebranche.

Widerstand kommt von Umweltverbänden. Ein Sprecher von Friends of the Earth erklärte zu Bidens Steuerplänen, diese seien vom Ansatz her "falsch für die Steuerzahler, falsch für die Kunden und falsch für das Klima". Von den weltweit operierenden 414 Atomkraftwerken stehen die meisten in den USA, in Frankreich, Russland, China und Indien. Das Durchschnittsalter beträgt 30,7 Jahre, wobei die ältesten Kraftwerke in den USA, die jüngsten in China stehen. Global kommen nur noch 10 Prozent des gesamten Stromverbrauchs aus Atomenergie. 1996 waren es noch 17,5 Prozent.

Quelle: ntv.de, mau/rts

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