Wirtschaft

"Ersatz anmieten" Boeing-Jets verhageln Tui die Bilanz

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Boeing 737 in der Fabrik: Acht neue Maschinen des Typs hat Tui bestellt, 15 waren bis zum Flugverbot im Einsatz.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die erträumte Gewinnsteigerung von zehn Prozent liegt für Tui inzwischen völlig außer Reichweite. Erst verhagelt der Brexit den Traumgewinn, nun schlägt das Flugverbot für Boeing 737-Max-Modelle mächtig ins Kontor. Der Reisekonzern rechnet mit drastischen Gewinneinbrüchen.

Die weltweiten Flugverbote für Boeings Mittelstreckenjet 737 Max durchkreuzen die bereits gekappten Gewinnpläne des weltgrößten Reisekonzerns Tui. Weil das Unternehmen Ersatzflugzeuge mieten muss, rechnet Tui-Chef Fritz Joussen für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September mit deutlichen Gewinneinbußen. Sollten die Max-Jets bis Mitte Juli wieder fliegen dürfen, werde dies den operativen Gewinn voraussichtlich mit rund 200 Millionen Euro belasten, teilte das Unternehmen in Hannover mit. Sollten die Flugverbote länger gelten, kämen weitere 100 Millionen Euro an Kosten hinzu.

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Die Tui-Aktien brachen zum Handelsstart in London um rund 10 Prozent ein. Tui hat 15 Maschinen von Boeings 737-Max-Reihe in der Flotte, die nach zwei Abstürzen von Flugzeugen des gleichen Typs von Lion Air und Ethiopian Airlines am Boden bleiben müssen. Bis Ende Mai wollte der Reisekonzern eigentlich acht weitere Maschinen der Reihe in seine Flotte aufnehmen - auch bei seiner deutschen Tochter Tuifly, die bisher noch keinen Flieger des Typs besitzt. Die Auslieferungen sind derzeit gestoppt.

Bislang seien keine Termine bekannt, wann der Hersteller sein Flugzeugmodell anpasse und wann mit einer Freigabe durch die Aufsichtsbehörden FAA und EASA zu rechnen sei, hieß es. Deshalb habe Tui für die Zeit bis Mitte Juli Vorkehrungen getroffen. Im günstigeren Fall werde das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen (Ebita) von zuletzt knapp 1,2 Milliarden Euro im laufenden Geschäftsjahr um 17 Prozent sinken, hieß es. Im schlechteren Fall werde es sogar um 26 Prozent einbrechen.

Tui-Chef Joussen hatte seine Gewinnprognose bereits im Februar gekappt. Wegen des Trends zu Last-Minute-Buchungen und den Auswirkungen des Brexits sollte der operative Gewinn seither stagnieren. Zuvor hatte Tui noch eine Steigerung um zehn Prozent vor Währungseffekten in Aussicht gestellt.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa

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