Wirtschaft

Prognose für 20 Jahre Boeing: Weltweite Flugzeugflotte wird sich verdoppeln

Vor allem für die Luftfracht sagt Boeing ein starkes Wachstum voraus.

Vor allem für die Luftfracht sagt Boeing ein starkes Wachstum voraus.

(Foto: IMAGO/Jochen Tack)

Der US-Flugzeugbauer Boeing rechnet in den nächsten zehn Jahren mit einem größeren Bedarf an neuen Jets als zuletzt - obwohl Russland als Absatzmarkt wegfällt. Spätestens Anfang 2024 dürfte die Branche demnach wieder auf das Niveau vor der Pandemie zurückkehren.

Der US-Flugzeughersteller Boeing geht davon aus, dass sich die weltweite Flugzeugflotte bis 2041 fast verdoppeln wird. "Unsere Einschätzung der mittelfristigen Erholung - wenn die Branche wieder auf das Niveau des weltweiten Flugverkehrs von 2019 zurückkehrt - ist seit 2020 weitgehend unverändert", sagte der Marketingchef von Boeings Verkehrsflugzeugsparte, Darren Hulst im Vorfeld der Farnborough Airshow in England.

"Insgesamt sehen wir immer noch Ende 2023, Anfang 2024 als den Zeitpunkt, an dem sich die Branche vollständig oder zumindest auf das Niveau des Verkehrs vor der Pandemie erholt." Boeing sieht trotz der Rezessionsrisiken eine starke kurzfristige Nachfrage nach Flugzeugen. In den nächsten 20 Jahren blieben die langfristigen Rahmenbedingungen intakt, so der Flugzeughersteller. Trotzdem hat er seine Schätzung für die branchenweite Nachfrage nach Flugzeugen für die nächsten 20 Jahre leicht gesenkt. Das geht aus der neuen Marktprognose hervor, die im Vorfeld der Flugzeugmesse veröffentlicht wurde.

Boeing geht davon aus, dass die Fluggesellschaften weltweit in den nächsten zwanzig Jahren 41.170 neue Flugzeuge benötigen werden. Die Hälfte der Auslieferungen entfällt auf Ersatzflugzeuge, etwa 75 Prozent sind Single-Aisle-Flugzeuge. Damit liegt der Hersteller unter der bisherigen 20-Jahres-Prognose von 43.610 Auslieferungen – und auch unter den Erwartungen des europäischen Rivalen Airbus.

Russland bleibt Unsicherheitsfaktor

In der neuen Schätzung ist der russische Markt mit 1.540 Flugzeugen nicht berücksichtigt. Der Krieg in der Ukraine und die Ungewissheit darüber, wann die Hersteller wieder Flugzeuge an russische Fluggesellschaften verkaufen könnten, spiele eine Rolle. Die Einschätzung der Nachfrage für die nächsten zehn Jahre hat Boeing leicht auf 19.575 Flugzeuglieferungen angehoben - eine höhere Prognose, selbst wenn man den russischen Markt ausschließt. "Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Flaute im Jahr 2021 nachlässt und 2031 als neues Trendjahr hinzukommt", so Hulst.

Boeing erwartet, dass die Frachterflotte bis 2041 um 80 Prozent wachsen wird. Die Luftfracht entwickelt sich auf "historischem Niveau". E-Commerce-Netzwerke werden dazu beitragen, eine strategische Verlagerung zur Luftfracht auch mittel- und langfristig zu erreichen. "Eine kleine Verschiebung bei der Transportart, bei Schlüsselelementen des Handels, hat eine große Auswirkung auf die Nachfrage nach Luftfracht", sagte Hulst. Luftfracht mache immer noch nur ein Prozent des Welthandels aus.

Quelle: ntv.de, ino/rts

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