Wirtschaft

Nach 737-Max-Debakel Boeing fällt hinter Erzrivalen Airbus zurück

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Airbus könnte erstmals seit 2012 den Titel als weltgrößter Flugzeugbauer holen (Archivbild).

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach sieben Jahren in Folge könnte Boeing den Titel als weltgrößter Flugzeughersteller verlieren: Während das Flugverbot seines Bestsellers 737 Max anhält, ist Erzrivale Airbus dabei, so viele Maschinen auszuliefern wie noch nie zuvor.

Boeing hat im ersten Halbjahr 2019 mehr als ein Drittel weniger Flugzeuge ausgeliefert als vor Jahresfrist. Damit könnte Erzrivale Airbus 2019 erstmals seit sieben Jahren wieder den Titel als weltgrößter Flugzeughersteller holen. Den dritten Monat in Folge meldete Boeing keine neuen Aufträge für seinen Mittelstreckenjet 737 Max. Die Flugzeuge der Max-Serie müssen nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten seit Mitte März weltweit am Boden bleiben.

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Wegen des Auslieferungsstopps bei der 737 Max lieferte Boeing in den ersten sechs Monaten des Jahres nur 239 Maschinen aus, nachdem es vor einem Jahr 378 waren. Inzwischen parken mehr als 150 737 Max auf dem Werksgelände, werden aber nicht ausgeliefert. Eine umstrittene Boeing-Steuerungssoftware steht als mögliche Unglücksursache bei den Abstürzen im Verdacht. Erst vor einigen Tagen entdeckte die US-Luftfahrtbehörde FAA ein weiteres mögliches Risiko bei dem Krisenflieger. Die Probleme müssen erst behoben werden, bevor das Flugverbot für die Maschinen aufgehoben wird.

Airbus will knapp 900 Flugzeuge ausliefern

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Der Wettbewerber Airbus ist unterdessen weiterhin auf Kurs, in diesem Jahr so viele Flugzeuge auszuliefern wie noch nie. Der Konzern hat eine Reihe von Produktionsproblemen ausgeräumt und will die Produktion seiner meistverkauften Flugzeuge der Baureihe A320 in diesem Jahr erhöhen. Für die ersten sechs Monate 2019 meldeten die Europäer eine Steigerung der Auslieferungszahlen auf 389 Flugzeuge, verglichen mit 303 im Vorjahreszeitraum.

Airbus mit Sitz im französischen Toulouse hat in Aussicht gestellt, in diesem Jahr 880 bis 890 Flugzeuge auszuliefern. Die Auslieferungen bei Airbus finden typischerweise verstärkt in der zweiten Jahreshälfte statt. Sollte Airbus sein Jahresziel erreichen, wird die Gesellschaft erstmals seit 2012 wieder mehr Jets als Boeing an die Kunden übergeben. Der US-Konzern wollte einst 905 Auslieferungen 2019 erreichen, der Auslieferungsplan ist wegen der Max-Krise aber inzwischen nicht mehr gültig.

Erst am Montag wurde bekannt, dass der US-Flugzeughersteller eine Bestellung von 737-Max-Flugzeugen an Airbus verloren hat. Die saudische Fluglinie Flyadeal hatte mitgeteilt, dass das Unternehmen bis zu 50 Airbus A320neo-Flugzeuge kaufen wird. Der Flugzeugtyp ist der direkte Konkurrent zur Boeings Max-Maschinen.

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Quelle: n-tv.de, lri/DJ

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