Wirtschaft

Sechs Maschinen Unterschied Boeing überflügelt Airbus

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Airbus gelang wohl auf den letzten Metern des Jahres eine Punktlandung.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die beiden großen Flugzeugbauer Boeing und Airbus haben im vergangenen Jahr beinahe gleich viele Maschinen ausgeliefert. Beide Unternehmen hatten mit Zulieferer-Problemen zu kämpfen. Analysten interessiert daher nun, wie die Produktion weiter steigen soll.

Der Flugzeugbauer Airbus hat 2018 sein Auslieferungsziel von 800 Maschinen erreicht. Eine genaue Zahl gab der deutsch-französische Luft- und Raumfahrtkonzern noch nicht bekannt, da die Prüfung der Zahlen noch nicht endgültig abgeschlossen sei. Klar ist damit aber schon, dass Airbus weiter hinter dem US-Konkurrenten Boeing zurückliegt.

Boeing hatte im vergangenen Jahr 806 Flugzeuge an seine Kunden übergeben und damit einen neuen Rekord aufgestellt. Im Jahr zuvor hatte der US-Konzern 763 Flugzeuge ausgeliefert, bei Airbus waren es 718 Flugzeuge. Damit hätte Airbus seine Auslieferungszahlen deutlich stärker gesteigert als der Branchenführer. Wegen Engpässen bei der Lieferung von Flugzeugrümpfen, Triebwerken und anderen Bauteilen verfehlte Boeing allerdings sein Jahresziel 2018: der Weltmarktführer hatte sich 810 bis 815 Auslieferungen vorgenommen.

Analysten und andere Experten hatten zuletzt Zweifel daran geäußert, dass Airbus das prestigeträchtige Jahresziel schaffen würde. Der Flugzeugbauer lief seit Jahresanfang einem massiven Rückstand in der Produktion hinterher. Vor allem bei den neuen, spritsparenden Triebwerken der Hersteller Pratt & Whitney und CFR traten immer wieder Probleme auf, die die Auslieferungen der meistverkauften Modellreihe A320 verzögerten. Im Dezember habe Airbus aber so viele Flugzeuge wie nie an die Kunden übergeben, hieß es in Branchenkreisen.

Boeing sammelt mehr Bestellungen ein

Boeing verbuchte auch 893 neue Aufträge. Die vollen Bücher erhöhen den Druck auf das Unternehmen, seine Lieferanten weiter bei der Stange zu halten. Analysten erwarten, dass Airbus in den kommenden Wochen Pläne für eine weitere Steigerung der Produktion ankündigen dürfte, auch wenn einige Zulieferer warnten, nicht mithalten zu können.

Bei Airbus standen Ende November erst 380 neue Bestellungen in den Büchern. Insidern zufolge kamen aber im Dezember 220 Orders hinzu. Rund 150 dürften kurz vor dem Jahreswechsel Branchenkreisen zufolge noch hinzugekommen sein, vor allem von asiatischen Flugzeug-Vermietern, die von Rabatten im "Schlussverkauf" zu profitieren hofften.

In den Airbus-Bestellungen sind auch rund 120 A220-Maschinen enthalten. Seit der Übernahme der Baureihe von Bombardier haben die Kunden wieder Vertrauen gefasst, nachdem die Kanadier keine neuen Aufträge mehr hereinbekommen hatten.

Investoren schauen inzwischen stärker auf die Auslieferungen statt auf die Auftragseingänge, um die Leistung der Konkurrenten miteinander zu vergleichen. In den Auftragsbüchern stehen insgesamt Bestellungen für mehr als 13.000 Maschinen, die in einem Zeitraum von mehr als sieben Jahren ausgeliefert werden sollen. Doch der größte Teil des Kaufpreises wird eben erst bei der Übergabe an den Kunden bezahlt und führt dann auch zu Gewinnen, die unter anderem für Aktienrückkäufe ausgegeben werden.

Airbus will seine geprüften Auftrags- und Auslieferungszahlen für 2018 am morgigen Mittwoch nach Börsenschluss veröffentlichen.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ/rts

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