Wirtschaft

Millionenstrafe aus Stuttgart Bosch zahlt Bußgeld im Dieselskandal

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Autozulieferer Bosch muss wegen des Dieselskandals tief in die Tasche greifen.

(Foto: picture alliance / Sebastian Gol)

Der Automobilzulieferer Bosch muss für die Rolle des Konzerns im Skandal um manipulierte Abgaswerte 90 Millionen Euro Bußgeld zahlen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart spricht von einer "fahrlässigen Verletzung der Aufsichtspflicht im Unternehmen".

Der Zuliefererkonzern Bosch muss wegen des Dieselskandals ein Bußgeld in Höhe von 90 Millionen Euro an die Staatskasse überweisen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart verhängte die Strafe gegen Bosch wegen "fahrlässiger Verletzung der Aufsichtspflicht im Unternehmen", wie die Justizbehörde mitteilte.

Der Konzern habe das Bußgeld akzeptiert und keine Rechtsmittel eingelegt, hieß es. Die Summe muss demnach binnen sechs Wochen an das Land Baden-Württemberg gezahlt werden. Bei der Aufarbeitung des Dieselskandals rund um die gezielte Manipulation von Abgaswerten bei Diesel-Fahrzeugen weisen die Ermittler dem Volkswagen-Partner Bosch damit eine gewisse Mitschuld zu.

Wie die Staatsanwaltschaft erläuterte, lieferte Bosch ab 2008 rund 17 Millionen Motor- und Dosiersteuergeräte an verschiedene Autohersteller aus, deren Software teilweise unzulässige Abgas-Abschalteinrichtungen enthielten. Es sei davon auszugehen, dass die Initiative für die Anwendung der illegalen Softwarebestandteile von den Mitarbeitern der jeweiligen Autobauer ausging, hieß es. Die Ermittlungen gegen Bosch-Mitarbeiter dauern aber dennoch weiter an.

Die Höhe des Bußgelds fällt im Fall Bosch deutlich niedriger aus als etwa bei Volkswagen und den Töchtern Audi und Porsche, die zusammen Strafzahlungen im Umfang von mehr als zwei Milliarden Euro leisten mussten. Bosch beliefert die Autobauer unter anderem mit Diesel-Einspritzdüsen und anderen Komponenten der Motortechnik.

In den VW-Skandal ist Bosch verstrickt, weil der Zulieferer die fragliche Motorsteuerung geliefert hat, mit deren Software Volkswagen den Abgasausstoß manipulieren konnte, sodass auf dem Prüfstand deutlich niedrigere Werte als im Alltagsbetrieb auf der Straße gemessen wurden.

Die nun bei Bosch fällige Summe setzt sich zusammen aus der Ahndung der Ordnungswidrigkeit (2 Millionen Euro) und einer Gewinnabschöpfung (88 Millionen Euro). Vor allem Letztere fiel bei den Autobauern als Hauptverantwortliche des Abgasbetrugs deutlich höher aus.

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Quelle: n-tv.de, mmo/AFP/dpa/rts

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