"Branche nicht über den Berg"Stimmung im Wohnungsbau verbessert sich leicht

Das jahrelange Minus im deutschen Wohnungsbau hat ein Ende. Auch im Februar gibt es mehr Aufträge. Unternehmer sind zudem zuversichtlicher, was ihre Zukunft angeht. Allerdings mit Einschränkungen.
Die Stimmung im deutschen Wohnungsbau hat sich im Februar erneut aufgehellt. Das Barometer für das Geschäftsklima stieg um 3,2 Punkte auf minus 17,6 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner monatlichen Umfrage mitteilte. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage positiver, während zugleich die Skepsis zu den Aussichten deutlich nachließ. "Die Stimmung verbesserte sich zwar, aber die Branche ist noch nicht über den Berg", ordnete der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe, die Entwicklung ein. "In den Auftragsbüchern zeigt sich die Belebung bislang kaum."
Ein Blick auf die Nachfrage zeigt, dass die Branche noch nicht aus dem Schneider ist: Der Anteil der Unternehmen im Wohnungsbau, die über zu wenig Aufträge klagen, sank im Februar zwar etwas - aber nur von 49,8 auf 48,0 Prozent. Fast jedes zweite Unternehmen leidet demnach unter mangelnder Nachfrage.
Gleichzeitig wurden wieder etwas mehr Projekte storniert: Der Anteil der Firmen, die von abgesagten Bauprojekten berichten, stieg von 11,1 auf 11,3 Prozent. "Die Auftragslage ist noch bei vielen Unternehmen unbefriedigend, auch wenn sich erste kleine Verbesserungen zeigen", lautet das Fazit von Ifo-Forscher Wohlrabe.
Bauherren nicht mehr abgeschreckt
Der krisengeplagte deutsche Wohnungsbau hat 2025 die Trendwende geschafft: Nach drei Minus-Jahren in Folge stieg die Zahl der Baugenehmigungen erstmals wieder. Die Behörden gaben grünes Licht für den Bau von 238.500 Wohnungen in neuen sowie bestehenden Gebäuden. Das waren 10,8 Prozent oder 23.200 Wohnungen mehr als 2024, als die Zahl auf den niedrigsten Stand seit 2010 gesunken war. Gestiegene Zinsen und höhere Materialkosten hatten in den drei Vorjahren viele Bauherren abgeschreckt.
Allerdings könnte die Zahl der in Deutschland fertiggestellten Wohnungen einer Prognose des Ifo-Instituts zufolge in diesem Jahr entgegen dem positiven Trend in Europa sinken. Nach einem Rückgang auf 205.000 Wohnungen im Jahr 2025 werde es ein weiteres Minus auf 185.000 Einheiten geben. 2027 soll die Zahl auf 205.000 und 2028 dann auf 215.000 Einheiten zulegen - dann läge sie aber immer noch um 15 Prozent unter dem Wert von 2024.