Wirtschaft

500-Millionen-Investition Brandenburg hofft auf BASF-Zuschlag

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Im bestehenden BASF-Werk in Schwarzheide sind rund 2000 Mitarbeiter beschäftigt. Nach Ludwigshafen zählt der Lausitzer Produktionsstandort zu den größten europäischen Standorten innerhalb der BASF-Gruppe.

(Foto: picture alliance / dpa)

In Brandenburg ist offenbar eine weitere Großinvestition geplant. Der Chemiekonzern BASF könnte an seinem Standort Schwarzheide für 500 Millionen Euro eine Kathodenfabrik bauen.

Brandenburg hofft nach der Ankündigung einer Fabrik von US-Elektroautobauer Tesla auf die Ansiedlung einer Batteriefabrik bei der BASF in Schwarzheide. "Wir sind mit der BASF in guten Gesprächen", sagte der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke dem RBB. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, erklärte Woidke. Er ruderte damit zurück, nachdem Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen am Vorabend einen Bericht der "Berliner Zeitung" bestätigte hatte, dass die Wahl auf Schwarzheide gefallen sei.

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Auch von BASF kamen zurückhaltende Töne. Die Standortwahl sei noch nicht abgeschlossen, hieß es bei dem Chemiekonzern. Der BASF-Vorstand wolle im nächsten Jahr darüber entscheiden, wie eine Konzernsprecherin sagte. "Es ist noch keine Entscheidung zu Schwarzheide gefallen."

In der Lausitz könnte BASF sein Werk erweitern und eine Fabrik für Komponenten zur Batteriefertigung errichten. BASF will rund 500 Millionen Euro in die Fabrik investieren, in der Kathoden für Batteriezellen hergestellt werden sollen.

"Wir wollen Kathoden-Materialien für jährlich 300.000 Elektroautos aus Vorprodukten unserer Fabrik in Finnland herstellen", sagte eine BASF-Sprecherin. "Nach der Entscheidung der EU-Kommission wird der Vorstand über den deutschen Produktions-Standort entscheiden. Dabei spielen soziale, ökologische und wirtschaftliche Faktoren eine Rolle."

Für Brandenburg sprechen dabei mehrere Gründe. So liegt das Lohnniveau unter dem der westdeutschen BASF-Werke. Zudem wäre, sollte die geplante Tesla-Fabrik entstehen, ein Großabnehmer im gleichen Bundesland. Bislang lässt Tesla seine Akkus vom Zulieferer Panasonic bauen. Branchen-Magazine berichten, dass Tesla in Brandenburg auch Batteriezellen herstellen will. Dafür werden Kathoden gebraucht.

Zuschüsse von der EU

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Die Batteriezellenfertigung in Europa kann nach einer Entscheidung der EU-Kommission künftig mit Milliarden Euro bezuschusst werden. Die Brüsseler Behörde gab am Montag grünes Licht dafür, die sogenannte Batterienallianz in sieben Ländern - darunter Deutschland und Frankreich - mit bis zu 3,2 Milliarden Euro zu fördern. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zeigte sich erfreut.

Europa hinkt bei der Fertigung von Batteriezellen für Elektroautos vor allem Asien hinterher, es droht eine Abhängigkeit. Derzeit werden Schätzungen zufolge mehr als 80 Prozent der Batterien weltweit in Asien produziert, lediglich 3 Prozent in Europa. Mit Hilfe der Batterienallianz soll der Anteil bis 2031 erheblich gesteigert werden. Ziel ist, rechtzeitig zum erwarteten Boom von Elektroautos in Europa Batteriefabriken aufzubauen.

Die beteiligten Staaten - neben Deutschland und Frankreich noch Italien, Polen, Belgien, Schweden und Finnland - können nun teilnehmenden Unternehmen Gelder zuschießen. Für Deutschland gilt eine Förderobergrenze von 1,25 Milliarden Euro, die als erlaubte staatliche Beihilfen beigesteuert werden können. 17 Firmen sind bei dem Vorhaben direkt beteiligt, unter anderem der Autobauer BMW, der Chemiekonzern BASF sowie das Batterieunternehmen Varta. Sie sollen untereinander und mit mehr als 70 externen Partnern zusammenarbeiten - etwa mit kleineren Unternehmen und öffentlichen Forschungseinrichtungen. Die Fördergelder sollen etwa in die Entwicklung innovativer Batteriemodule investiert werden, die neben dem Autosektor auch beispielsweise bei Elektrowerkzeugen genutzt werden könnten. Zudem sollen sichere Recycling-Verfahren entwickelt werden.

Das Vorhaben soll nun von einem Kontrollgremium aus Vertretern der Behörden der sieben Staaten sowie der EU-Kommission überwacht werden. Sollte es erfolgreich sein und höhere Erträge abwerfen als erwartet, sollen die Firmen einen Teil der erhaltenen Steuergelder an den betreffenden Staat zurückzahlen.

"Die Batteriefertigung in Europa ist für unsere Wirtschaft und Gesellschaft von strategischem Interesse", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. "Sie bietet große Chancen im Hinblick auf saubere Mobilität und Energie, die Schaffung von Arbeitsplätzen, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit." Bundeswirtschaftsminister Altmaier betonte: "Wir wollen in Deutschland und Europa die innovativsten und nachhaltigsten Batterien bauen und so Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Europa sichern." BASF wolle etwa mit Batteriematerialien die Leistung und Kosteneffizienz von Batterien weiter entwickeln.

Quelle: ntv.de, tar/dpa/rts