Wirtschaft

Wirtschaftsminister: Werk kommt Brandenburg zweifelt an Teslas Zeitplan

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Bauarbeiten am Tesla-Werk in China

(Foto: REUTERS)

Der Elektroauto-Hersteller Tesla entscheidet sich für Deutschland und sorgt so für Aufbruchstimmung in und um Berlin. Schon 2021 sollen dort die ersten E-Autos vom Band rollen. In der Heimat des noch immer nicht eröffneten Flughafens BER warnt die Politik vor dem ehrgeizigen Terminkalender des US-Investors.

Der Zeitplan für die geplante Fabrik des US-Elektroautobauers Tesla nahe Berlin ist nach Ansicht des Brandenburger Wirtschaftsministers Jörg Steinbach ehrgeizig. "Risiken in der absoluten Durchführung sehe ich ehrlich gesagt gar keine", sagte der SPD-Politiker. Die Frage sei, ob die Zeitachse, die Tesla sich vorgenommen habe, hundertprozentig tragen werde. Tesla müsse die Unterlagen "so vollständig und hochqualitativ einreichen, dass auch eine schnellstmögliche Prüfung gegeben ist".

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Tesla-Chef Elon Musk hatte das Projekt überraschend am Dienstagabend angekündigt. Die Fabrik soll in Grünheide auf einer Industriefläche nahe der Autobahn A10 entstehen. Tesla plant laut Steinbach, dass die Bauarbeiten im ersten Quartal 2020 beginnen, Produktionsstart solle 2021 sein. In Deutschland soll neben Batterien auch die SUV-Version "Model Y" vom Band laufen.

Bis die von Brandenburg geplanten EU-Beihilfen genehmigt sind, wird voraussichtlich noch einige Zeit vergehen. "Nach üblichen Verfahren gehen wir von eineinhalb bis zwei Jahren aus", sagte Steinbach: "Dieses ist kein Geld, mit dem wir gewunken haben und was die Entscheidung beeinflusst hat."

Altmaier hält an Batterieförderung fest

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sagte der "Passauer Neuen Presse", für Tesla sei wichtig, dass die Fabrik schnell errichtet werden könne und arbeitsfähig sei. Tesla habe keine konkreten finanziellen Unterstützungen, etwa im Bereich der Batteriezellenproduktion, beantragt.

Auf die Milliarden-Förderung für die Entwicklung und Produktion von Batterien in Europa werde wegen der Tesla-Ansiedlung nicht verzichtet, betonte Altmaier. In Deutschland und den europäischen Ländern gebe es rund 40 Unternehmen, die sich daran beteiligten: "Diese europäischen Förderprogramme werden selbstverständlich wie vorgesehen realisiert, denn wir brauchen eigenes Know-how für innovative und umweltfreundliche Batterien."

Die erste "Gigafactory", die bisher nur Batterien produziert, baute Tesla in der Wüste im US-Bundesstaat Nevada. Erst vor Kurzem wurde in weniger als sechs Monaten eine Fabrik in China fertiggebaut. Dort sollen bis zu 150.000 Fahrzeuge pro Jahr gebaut werden, zunächst das Tesla-Modell "Model 3", dann auch das "Model Y".

Quelle: n-tv.de, shu/dpa