Wirtschaft

Crash am Ölmarkt geht weiter Brent-Preis sinkt auf tiefsten Stand seit 1999

Der Ölmarkt steckt in schweren Turbulenzen. Zu Wochenbeginn müssen Verkäufer erstmals dafür bezahlen, dass ihnen Käufer US-Rohöl abnehmen. Und die dramatischen Entwicklungen halten an. Auch die Nordseesorte Brent verliert an den Börsen erneut kräftig an Wert.

Am Ölmarkt geht es weiter kräftig nach unten. Zum Handelsstart stand vor allem der Preis für die Nordseesorte Brent unter Druck - dieser fiel zeitweise auf den tiefsten Stand seit Ende der Neunzigerjahre. Der Preis für Lieferungen im Juni fiel um bis zu 3,35 Dollar oder 17 Prozent auf 15,98 Dollar. Damit kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent erstmals seit 1999 weniger als 16 Dollar.

Zuletzt konnte sich der Kurs wieder etwas erholen und lag bei 16,64 Dollar - das Minus beträgt aber immer noch mehr als 2,69 Dollar oder knapp 14 Prozent. Damit beschleunigt sich auch beim Brent-Öl die Talfahrt dramatisch. Mitte April hatte ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte noch rund 30 Dollar gekostet.

*Datenschutz

Auch beim Brent rückt das Ende des Terminkontrakts mit der kürzesten Laufzeit näher. Zum Wochenauftakt hatte vor allem der Markt für die amerikanische Sorte West Texas Intermediate (WTI) im Fokus gestanden. Dort hatte ein sogenannter Kontraktwechsel für historische Marktverwerfungen gesorgt - der Preis für den Terminkontrakt zur Auslieferung für Mai war am Montag heftig ins Minus gerutscht. Das heißt, dass für die Abnahme von Öl Geld bezahlt wurde. Grund dafür war, dass es derzeit in den USA wegen der vielen Beschränkungen infolge der Corona-Krise stark gesunkenen Nachfrage kaum noch Lager für Öl gibt und vor der Westküste viele voll geladene Tanker liegen.

Inzwischen ist der WTI-Mai-Kontrakt ausgelaufen und der Juni-Future gab am Mittwoch nach heftigen Verlusten zum Wochenauftakt weiter nach - zuletzt verlor der Kurs 59 Cent oder rund fünf Prozent auf 10,98 Dollar. Damit summieren sich die Kursverluste seit vergangenen Freitag auf rund 56 Prozent.

Quelle: ntv.de, hul/dpa