Wirtschaft

Appell an Währungshüter Brexit macht Draghi "traurig"

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Mario Draghi kurz vor seinem Auftritt in Sintra.

(Foto: REUTERS)

Der Brexit stellt laut Mario Draghi die Notenbanken vor enormen Herausforderungen. Der EZB-Chef fordert seine Kollegen zu einer engeren Zusammenarbeit auf, um sich besser abstimmen zu können.

Wenige Tage nach dem Brexit-Votum der Briten macht sich der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, für eine Zusammenarbeit der Währungshüter weltweit stark. Diese Koordination der Geldpolitik müsse nicht formaler Art sein, betonte der Italiener auf der Notenbanken-Konferenz der Notenbank im portugiesischen Sintra. "Wir können jedoch von einer Abstimmung untereinander profitieren."

Den Herausforderungen, mit denen sich alle Notenbanken konfrontiert sähen, müsse man auf den Grund gehen, forderte Draghi. Die jeweilige Ausgestaltung der Geldpolitik in den Währungsräumen müsste dann auf dieser Analyse basieren.

Draghi hatte sich am Montagabend betroffen über das Brexit-Votum geäußert: Am besten lasse sich ein Wandel diesen Ausmaßes mit dem Wort "Traurigkeit" beschreiben, sagte er.

Draghi wird am EU-Gipfel in Brüssel teilnehmen. Es wird erwartet, dass er dort die EU-Staats- und -Regierungschefs darüber informiert, welche Folgen das britische EU-Austrittsvotum für die Währungsunion hat.

Die mehrheitliche Entscheidung der Briten für einen EU-Ausstieg ihres Landes hatte an den Finanzmärkten heftige Turbulenzen ausgelöst. Dies nährte Spekulationen, große Zentralbanken könnten darauf mit einer weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik reagieren.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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