Wirtschaft

Kein Konjunktur-Schlussspurt Bund hebt Prognose für 2022 an

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Die Konjunkturprognose für das kommende Jahr wurde noch einmal angehoben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Lieferengpässe und hohe Energiepreise bremsen die wirtschaftliche Aufholjagd vorerst. Für 2022 erwartet die Bundesregierung aber einen kräftigen Aufschwung. Dann entspannt sich auch die Inflationsrate wieder, sagt der geschäftsführende Wirtschaftsminister Altmaier.

Die Bundesregierung rechnet erst im nächsten Jahr wieder mit einem kräftigen Aufschwung der Wirtschaft in Deutschland. Die Wachstumserwartungen für 2021 schraubte sie allerdings herunter. Nach dem coronabedingten Einbruch des Bruttoinlandsprodukts 2020 erwartet die Regierung für dieses Jahr, dass das Bruttoinlandsprodukt um 2,6 Prozent zulegt - im April war noch ein Plus von 3,5 Prozent vorhergesagt worden. Für 2022 rechnet die Bundesregierung nun mit einem Wachstum von 4,1 Prozent statt wie bisher 3,6 Prozent.

Der geschäftsführende Wirtschaftsminister Peter Altmaier sagte in Berlin, Deutschland sei nach der Corona-Krise wieder auf dem Wachstumspfad. In diesem Jahr komme es angesichts der aktuellen Lieferengpässe und weltweit hoher Energiepreise aber nicht zum erhofften "Schlussspurt". Im kommenden Jahr gewinne die Wirtschaft deutlich an Fahrt.

Gebremst wird die wirtschaftliche Aufholjagd vor allem durch Lieferengpässe. Altmaier sprach von einer historisch einmaligen Knappheit an Vorleistungsgütern. Die Nachfrage nach deutschen Produkten auf den Weltmärkten bleibe aber nach wie vor hoch: "Wenn sich die Lieferengpässe schrittweise auflösen, kommt es in 2022 zu deutlichen Aufholeffekten."

Vorkrisenniveau in Aussicht

Der Prognose der Bundesregierung zufolge wird die deutsche Wirtschaft zum Ende des ersten Quartals 2022 wieder ihr Vor-Corona-Niveau erreichen und überschreiten. "Ein Quartal später, als ursprünglich angenommen worden ist", so Altmaier. "Voraussetzung ist natürlich, dass der Wachstumskurs nicht abgewürgt wird in den nächsten Monaten."

Die Bundesregierung erwartet weiter, dass die Inflationsrate bereits zum Jahreswechsel 2021/22 wieder ein deutlich niedrigeres Niveau erreicht - weil dann Sonderfaktoren wegfallen wie die Rücknahme der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung des zweiten Halbjahres 2020. Diese schlägt inzwischen voll auf die Teuerung durch. Seit Januar gelten wieder die regulären Mehrwertsteuersätze. Waren und Dienstleistungen werden also tendenziell teurer. In ihrer Herbstprojektion rechnet die Bundesregierung mit Inflationsraten von 3,0 Prozent im Jahr 2021 und 2,2 Prozent im Jahr 2022. Im September lag die Inflationsrate angeheizt vor allem von höheren Energiekosten bei 4,1 Prozent.

Altmaier warnt jedoch vor steigenden Corona-Infektionszahlen. Diese könnten den Aufschwung dämpfen - auch ohne neuen Lockdown. "Wir haben vor uns einen zweiten Pandemie-Winter", sagt der CDU-Politiker. Er gehe davon aus, dass auf neue Lockdowns verzichtet werden könne. Die hohen Infektionszahlen könnten aber "zu negativen wirtschaftlichen Auswirkungen" führen. Daher sei es wichtig, weiterhin Masken zu tragen und Vorsichtsregeln zu beachten.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/rts

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