Wirtschaft

Technologie trifft auf IndustrieBund kooperiert mit Nvidia bei Entwicklung von KI-Robotik

19.10.2026, 21:59 Uhr
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Kanzler Friedrich Merz (l.) stößt mit Nvidia-CEO Jen-Hsun Huang auf den Deal an. (Foto: picture alliance/dpa)

Beim Investitionsgipfel in Berlin unterzeichnen zwei Ministerien eine Absichtserklärung mit dem US-Chipriesen Nvidia. Gemeinsam sollen KI-Modelle für Roboter und Industrieanlagen entstehen. Kanzler Merz will mehr Investoren nach Deutschland locken.

Die Bundesregierung und der US-Technologiekonzern Nvidia haben eine engere Zusammenarbeit vereinbart, um die industrielle Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in Deutschland massiv voranzutreiben. Wie Bundeskanzler Friedrich Merz und Nvidia-Chef Jensen Huang am Rande des ersten "Invest in Germany"-Gipfels in Berlin bekräftigten, soll die Kombination aus deutscher Ingenieurskunst und modernster KI-Technologie den Wirtschaftsstandort nachhaltig stärken. Ziel der Kooperation ist es, die digitale Transformation der deutschen Industrie, insbesondere des Mittelstands, zu beschleunigen und die technologische Souveränität des Landes zu sichern.

Merz betonte, dass Deutschland trotz der aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen aus einer Position der Stärke agiere. Er rief die Unternehmen dazu auf, ihre wertvollen Industriedaten für KI-Anwendungen zu öffnen, um so die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Fertigung, des Maschinenbaus und der Automobilindustrie zu erhalten. Der Kanzler unterstrich dabei die strategische Bedeutung des Erhalts der industriellen Basis, die er als entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Volkswirtschaften sieht.

Jensen Huang, der Nvidia seit 1993 leitet, unterstrich das Vertrauen seines Unternehmens in den Standort Deutschland. Nvidia hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr fast eine Milliarde Dollar in Deutschland investiert und ist an zahlreichen Startups sowie etablierten Unternehmen beteiligt. Huang plädierte dafür, Daten als nationale Ressource zu begreifen, die nicht exportiert, sondern im Inland zur Entwicklung eigener "nationaler Intelligenz" genutzt werden sollte.

Der Nvidia-CEO warnte die Menschen und Betriebe in Deutschland davor, ihr Wissen und ihre kulturellen Werte abzugeben, um sie später als importierte Intelligenz zurückzukaufen. Stattdessen solle die KI dazu dienen, das vorhandene Fachwissen der deutschen Ingenieure zu ergänzen und zu skalieren, anstatt es zu ersetzen.

Merz wirbt um Investoren

"Deutschland ist offen für Investitionen, Deutschland ist offen für Geschäfte - und Deutschland ist bereit, schneller zu wachsen", sagte Merz und betonte: Deutschland sei ein stabiler und verlässlicher Partner. "Deutschland steht vor einer historischen Investitionsaufgabe," mahnte der Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing und fügte hinzu: "Staatliche Investitionen können den Anschub geben. Dauerhaft erfolgreich werden wir aber nur, wenn wir zusätzlich privates Kapital im großen Stil mobilisieren."

Deswegen will die Bundesregierung deutlich mehr privates Kapital für Investitionen mobilisieren. Es seien Ausgaben für Maschinen und Anlagen, Forschung und Entwicklung, moderne Produktionsstätten oder Software, die die Produktivität und somit das Wirtschaftswachstum steigerten, hieß es aus Regierungskreisen. Merz lud Investoren ein, sich "an einer der größten Modernisierungsoffensive Deutschlands" zu beteiligen. 

Quelle: ntv.de, bho/dpa

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