Wirtschaft

Überschuss gestiegen Bundesbank überweist Milliarden an Haushalt

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Das Finanzministerium erhält die eingeplanten zweieinhalb Milliarden Euro.

(Foto: imago/Reiner Zensen)

Die Bundesbank reicht ihren jährlichen Gewinn beinahe in Gänze an den Bundeshaushalt weiter. Und so kann sich Finanzminister Scholz über mehr als zwei Milliarden Euro freuen. Einer der Gründe sind gestiegene Zinsen.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz darf sich über einen gestiegenen Bundesbankgewinn freuen. Die Deutsche Bundesbank überweist dem Bund für das vergangene Jahr 2,4 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 1,9 Milliarden Euro. "Ausschlaggebend für den Anstieg sind die höheren Zinserträge aufgrund der Negativverzinsung der gestiegenen Einlagen", erklärte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. Sparkassen und Banken im Euroraum müssen 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei den Notenbanken parken. Das soll die Kreditvergabe ankurbeln.

Insgesamt erzielte die Bundesbank im vergangenen Jahr einen Überschuss von 2,5 Milliarden Euro, davon flossen wie schon im Vorjahr 100 Millionen in die Rücklage für Pensionsverpflichtungen. Die verbleibenden 2,4 Milliarden gingen an den Bund. 

Das Finanzministerium plant traditionell einen Bundesbankgewinn in Höhe von 2,5 Milliarden Euro in den Bundeshaushalt ein - so auch wieder für 2019 und die folgenden Haushaltsjahre. Was darüber hinausgeht, fließt in der Regel in den Schuldenabbau.

Bundesbank rüstet sich für Risiken

Seit der Euro-Einführung 1999 erzielte die Bundesbank jedes Jahr Gewinn, den höchsten 2001 mit 11,2 Milliarden Euro. In den vergangenen Jahren war der Scheck für den Finanzminister deutlich kleiner ausgefallen als vom Bund erhofft - unter anderem, weil die Notenbank ihre Vorsorge für mögliche Risiken aus der gemeinsamen Geldpolitik für den Euroraum erhöhte und Geld für Pensionen zurücklegte.

Die Vorsorge für Risiken aus der Geldpolitik unter Führung der Europäischen Zentralbank (EZB) erhöhte die Bundesbank weiter. Die sogenannten Wagnisrückstellungen wurden um 1,475 Milliarden Euro auf 17,9 Milliarden Euro aufgestockt. Die Bundesbank rüstet sich beispielsweise für das Risiko, dass die gewaltigen Wertpapierbestände aus dem EZB-Anleihenkaufprogramm bei steigenden Zinsen an Wert verlieren könnten. In einem solchen Fall sinkt der Kurs der Anleihe und es entsteht beim Verkauf vor Ende der Laufzeit ein Kursverlust.

Bislang jedoch verdiente die EZB - und damit auch die nationalen Notenbanken des Euroraums - gut an den Staats- und Unternehmenspapieren, die in großem Stil von März 2015 bis Ende vergangenen Jahres gekauft wurden. Gesamtumfang: 2,6 Billionen Euro. Der Überschuss der EZB kletterte im vergangenen Jahr auf 1,6 Milliarden Euro. Dieser Gewinn wird auf die nationalen Zentralbanken der 19 Euroländer verteilt. Gut 26 Prozent und damit den größten Teil bekommt gemäß ihres Kapitalanteils an der EZB die Bundesbank. Wichtigste Quelle des Bundesbankgewinns sind traditionell Zinserträge. Im vergangenen Jahr stieg der Nettozinsertrag im Vergleich zum Vorjahr um 1,0 Milliarden auf 6,2 Milliarden Euro.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

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