Wirtschaft

Bezahlen mit Apple und Paypal Bundesbank warnt vor US-Dominanz

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Wo ist die europäische Antwort auf Apple Pay?, fragt die Bundesbank.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die heimischen Banken haben Grund zur Eile, wenn sie nicht bald nur noch Abwickler im Geldgeschäft sein wollen: Ungewöhnlich deutlich mahnt die Bundesbank die traditionellen Kreditinstitute, dass europäische Alternativen zu Bezahlsystemen der US-Konzerne fehlen.

Die Bundesbank fordert mit Nachdruck eine europäische Alternative zu den amerikanischen Bezahlangeboten für den Einkauf per Smartphone und im Internet. "Es kann uns als Bundesbank nicht gleichgültig sein, wenn große Technologiekonzerne wie Apple, Google, Paypal und Amazon mehr und mehr die Kundenbeziehung übernehmen und den Banken lediglich noch die Rolle des Zahlungsabwicklers im Hintergrund bleibt", sagte Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz in einem Interview mit der "Welt am Sonntag".

Die Bundesbank unterstütze deshalb die Idee einer europäischen Bezahllösung als Alternative zu den großen Kreditkartenunternehmen und Technologiekonzernen. Umsetzen müssten diese die Banken aber selbst. "Mein Appell an die Branche ist: Überlegt euch, mit welchen Produkten ihr auf die Angebote von Apple & Co. antworten wollt", sagte Balz.

Bleibe den Banken künftig nur noch eine Nebenrolle, hätte dies aus Sicht des für den Zahlungsverkehr zuständigen Bundesbank-Vorstands erhebliche Auswirkungen auf den Wettbewerb sowie die Struktur des Bankensystems. "Wenn es zu Ertragsausfällen bei den Banken kommt, stellt sich auch die Frage, was dieses für die Finanzstabilität bedeuten könnte", sagte Balz.

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Quelle: n-tv.de, mau/AFP/rts

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