Wirtschaft

Kaum E-Pkw unter den Dienstwagen Bundesregierung verfehlt das Elektro-Ziel

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Politiker-Dienstwagen vor dem Reichstagsgebäude: Im Fuhrpark der Bundesregierung fahren bislang nur 2,1 Prozent der Wagen elektrisch - immerhin mehr als im Bundesdurchschnitt.

(Foto: picture alliance / Kay Nietfeld/)

Die dunklen Limousinen aus dem Konvoi der Kanzlerin rollen alle noch mit Benzin und Diesel: In der Dienstwagen-Flotte der Bundesregierung fahren nur etwas mehr als zwei Prozent der Autos rein elektrisch - obwohl die offizielle Zielvorgabe sehr viel höher liegt.

Im Fuhrpark der Bundesregierung befinden sich bislang kaum umweltfreundliche Autos. Insgesamt fahren derzeit nur 2,1 Prozent der Fahrzeuge elektrisch, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervorgeht.

Vor zwei Jahren hatte die Bundesregierung beschlossen, dass künftig mindestens 20 Prozent der Fahrzeuge, mit denen Minister, Staatssekretäre und Bedienstete im öffentlichen Auftrag unterwegs sind, über einen rein elektrischen Antrieb verfügen sollen. In zwei Drittel der Ressorts wird dieses Ziel aber derzeit noch nicht erreicht.

Von "peinlichen Zahlen" sprach der Grünen-Verkehrspolitiker Stephan Kühn. Wenn Deutschland zum Leitmarkt für die Elektromobilität werden solle, müsse die Bundesregierung selbst zum Vorbild werden. Angesichts der industriepolitischen Bedeutung der Elektromobilität für den Automobilstandort Deutschland ergäbe sich aus der Auswertung der Fuhrpark-Ausstattung ein "Armutszeugnis", kritisierte Kühn.

"Damit die Elektromobilität in Fahrt kommt, brauchen wir jetzt eine Beschaffungsoffensive für öffentliche Flotten und Fuhrparks." Die Elektromobilität in Deutschland kommt trotz Fortschritten nur langsam voran. Welche Gründe bei der Anschaffung von Dienstwagen gegen Alternativen mit Elektromotor sprechen, wird in der Anfrage der Grünen zunächst nicht näher beleuchtet. Im Massenmarkt gelten die noch geringen Reichweiten der Fahrzeuge, der vergleichsweise hohe Preis sowie eine bisher nicht flächendeckende Ladeinfrastruktur derzeit als größte Verkaufshindernisse.

Im deutschen Pkw-Markt spielen Elektrofahrzeuge noch immer einer untergeordnete Rolle. Der Absatz der sogenannten Stromer legte im März im Vergleich zum Vorjahresmonat zwar um mehr als 70 Prozent zu. In absoluten Zahlen bleibt der Verkaufserfolg allerdings trotzdem noch überschaubar: Deutschlandweit kamen dabei nur 3792 rein elektrisch angetriebene Pkw auf die Straße -  insgesamt wurden im März rund 347.000 Pkw neu zugelassen.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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