Wirtschaft

Neue Probleme am Propeller Bundeswehr muss alle A400M überprüfen

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Schon wieder Probleme an den Propellern: Diesmal sind im A400M wichtige Schrauben locker.

(Foto: picture alliance/dpa)

Piloten der Luftwaffe sehen sich mit neuen Zweifeln am modernsten deutschen Transportflieger konfrontiert. Bei den viermotorigen A400M-Maschinen können sich offenbar wichtige Schrauben lockern. Dringliche Inspektionen stehen an, die Einsatzbereitschaft leidet.

Hinweise auf mögliche Qualitätsmängel beim Transportflugzeug A400M zwingen die Bundeswehr einem Medienbericht zufolge zu umfangreichen Änderungen in der Flugplanung. Auslöser sei die Entdeckung lockerer Schraubverbindungen bei einer Maschine des Typs in Frankreich, berichtete der "Spiegel". Betroffen sind demnach wichtige Verbindungselemente im Bereich der Propeller. Bei diesen sogenannten dowel bolt nuts handelt es sich je Antriebsaggregat um 24 Befestigungsmuttern, die das Getriebe des Propellers mit der Antriebswelle verbinden.

Die fraglichen Schrauben sind demnach sicherheitsrelevant. Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte auf Anfrage die Angaben. Wenn sich die Schraubverbindungen im Flugbetrieb lockern, könne dies "zu schwerwiegenden strukturellen Schäden" führen, zitierte der "Spiegel" einen Ministeriumssprecher.

Um Risiken im Flugbetrieb ausschließen zu können, seien aufwendige Inspektionen erforderlich, hieß es. Der zusätzliche anfallende Wartungsaufwand trifft alle A400M-Abnehmerstaaten hart. Da es sich bei der A400M um ein viermotoriges Flugzeug handelt, müssen Techniker pro Flieger insgesamt 96 Schraubverbindungen gesondert überprüfen. Dafür benötigen sie nach Angaben der Bundeswehr "mindestens 30 Stunden".

Die Qualitätsprobleme wirken sich damit auch auf die Einsatzplanung aus. Die Transporter müssen teils aus dem laufenden Flugbetrieb zur Inspektion abgezogen werden. Bis zur Freigabe vergeht dann jeweils mehr als ein voller Tag - wenn die Prüfer in Sonderschichten arbeiten. Die Bundeswehr hat bislang 31 Maschinen des Typs übernommen.

Transportflüge nach Mali

Im Berliner Verteidigungsministerium gehen die Planer davon aus, dass die Luftwaffe ihre Einsatzflüge trotz allem weiterhin bedienen kann. Die A400M kommt derzeit unter anderem in der Versorgung der deutschen Einheiten in Mali zum Einsatz.

Hersteller Airbus muss sich aufgrund der neuen Probleme mit der A400M auf Gegenwind aus Deutschland gefasst machen. Bis die Probleme mit den Propeller-Muttern restlos geklärt sind, verweigert die Luftwaffe die Abnahme frisch gelieferter Militärtransporter. Insgesamt hat Deutschland 53 Maschinen des Typs bestellt, die bei der Truppe vor allem das mittlerweile hoch betagte Vorgängermodell C-160 "Transall" ersetzen soll. Den ersten deutschen A400M bekam die Bundeswehr im Dezember 2014. Die Auslieferung soll früheren Plänen zufolge bis 2026 abgeschlossen sein.

Quelle: ntv.de, mmo