Wirtschaft

Virus-Effekte im Flugverkehr Cathay Pacific bittet Mitarbeiter um Mithilfe

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Cathay fliegt Ziele in Europa, Nordamerika, Nahost und Australien sowie 23 Großflughäfen in China an.

(Foto: REUTERS)

Die Folgen der Virus-Epidemie in China wirken sich auf den Geschäftsalltag bei Cathay Pacific aus. Die in Hongkong ansässige Airline kündigt konzernweite Maßnahmen an. Airline-Chef Tang ruft Mitarbeiter dazu auf, unbezahlten Urlaub zu nehmen.

Die Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific schraubt aufgrund des Nachfrageeinbruchs in China ihre Kapazitäten zurück und bittet ihre Angestellten, die Maßnahmen zum Schutz des Kerngeschäfts zu unterstützen. Mitarbeiter seien aufgerufen, in den kommenden Monaten unbezahlten Urlaub zu nehmen, teilte die Airline mit. Der Flugbetrieb gehe weiter.

"Es dürfte sie nicht überraschen zu hören, dass sich aus den Ereignisse der vergangenen Wochen und Monate signifikante Auswirkungen für uns ergeben", erklärte Konzernchef Augustus Tang in einer Videobotschaft an die Belegschaft. "Durch den Coronavirus-Ausbruch sehen wir einen starken Rückgang im Reiseverkehr nach und über Hongkong, in Festland China und in vielen weiteren Staaten der Welt", fügte er hinzu. "Und wir wissen nicht, wie lange diese Situation andauern wird."

Um auf die veränderte Lage zu reagieren, kündigte Tang eine Reihe vorsorglicher Sparmaßnahmen an. Unter anderem würden die rund 27.000 Angestellten gebeten, im Zeitraum ab 1. März jeweils bis zu drei Wochen zu Hause zu bleiben. Der Aufruf gelte auch für hochrangige Führungskräfte. "Ich hoffe, Sie werden sich alle beteiligen." Abgesehen davon werde Cathay Pacific Zulieferer um Preisnachlässe bitten, anstehende Großprojekte verschieben und alle nicht notwendigen Ausgaben einfrieren. Zusätzlich verhängte er einen konzernweiten Einstellungsstopp.

Der weltweite Flugbetrieb soll - abgesehen von Zielen in China - aufrecht erhalten werden. Hintergrund der Maßnahmen sind die Reisebeschränkungen, mit denen Gesundheitsbehörden in der Region eine weitere Ausbreitung des neuen Coronavirus 2019-nCoV eindämmen wollen. Dadurch sinkt das Passagieraufkommen offenbar erheblich.

Eine Reihe von Staaten hat in den vergangenen Tagen und Wochen außerdem weitere Vorgaben verhängt, mit denen eine unkontrollierte Einreise von Infizierten aus den besonders betroffenen Gebieten in China verhindert werden sollen. Die chinesische Sonderveraltungszone Hongkong etwa kündigte an, dass ab sofort alle Besucher vom chinesischen Festland für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt werden.

"Wir erwarten weitere Einschränkungen in unserem Streckennetz", sagte Tang mit Blick auf die Lage in China. Aufgrund der Epidemie-Maßnahmen dort, die unter anderem auch mehrere Millionenstädte betreffen, kann Cathay Pacific demnach aktuell bereits 90 Prozent aller Verbindungen in China nicht mehr bedienen.

Cathay Pacific Airways
Cathay Pacific Airways ,63

Cathay Pacific zählt zu den größten Fluggesellschaften der Welt. Von der Basis in Hongkong aus fliegt die Airline auch Ziele in Europa, Nordamerika, Nahost und Australien an. In den vergangenen Jahren baute Cathay Pacific das Streckennetz in China aus.

Regulär fliegen Cathay-Maschinen dort 23 Großflughäfen von Peking im Norden bis Guangzhou im Süden der Volksrepublik an. Die Flüge werden dabei teilweise über die Konzerntochter Cathay Dragon abgewickelt. Auch am Flughafen von Wuhan starteten und landeten regelmäßig Cathay-Jets.

Eine größere Rolle als im Passagierverkehr spielt die Fluggesellschaft im Luftfrachtgeschäft. Hier lag Cathay Pacific zuletzt auf Platz 5 hinter Fedex, UPS, Emirates und Quatar Airways. Inwieweit die Betriebspause sich auch auf den Warentransport per Flugzeug auswirken wird, ist noch unklar.

Pauschal-Quarantäne in Hongkong

Bisher bleibt der Schwerpunkt des Coronavirus-Ausbruchs auf Festland-China beschränkt. In Hongkong selbst wurde die bis vor wenigen Wochen noch unbekannte Viruserkrankung jüngsten Angaben zufolge erst bei lediglich 21 Menschen nachgewiesen. Ein Hongkonger Patient starb. In China selbst stieg die Zahl der bestätigten Virus-Infektionen zuletzt dagegen auf 24.324 Fälle.

*Datenschutz

Insgesamt gehen die Behörden im Zusammenhang mit "2019-nCoV" von bislang 492 Todesopfern aus. Am Dienstag hatten die Behörden in der chinesischen Sonderverwaltungszone vor einem erhöhten Ansteckungsrisiko gewarnt.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP