Wirtschaft

"Markt gesättigt" Chancen für Influencer-Karriere stehen schlecht

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Laut Umfragen bestreiten rund 500.000 Menschen der Generation Z ihren Lebensunterhalt als Influencer.

(Foto: picture alliance / Zoonar)

Den Lebensunterhalt als Influencer zu bestreiten - das ist der Traum vieler junger Menschen. In der Branche Fuß zu fassen, sei jedoch laut einer aktuellen Studie immer schwieriger. Das hat verschiedene Gründe.

Langfristig als Influencer Geld zu verdienen ist einer Studie zufolge sehr schwierig. "Vor allem junge Menschen nehmen Influencer zunehmend als normalen Beruf wahr", erklärte das Kölner Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW). Doch einer Untersuchung zufolge dürfte der Markt für Youtube-, Instagram- und Tiktok-Stars "als gesättigt angesehen werden".

Die IW-Forscher gehen demnach davon aus, dass Influencer ab einer Followerzahl von mindestens 20.000 mit ihren Einnahmen aus Werbepartnerschaften und ähnlichem ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Unter der Annahme, dass jeder nur einer begrenzten Anzahl von Influencern seine Aufmerksamkeit schenken kann, sei davon auszugehen, dass deutsche Internetnutzer 543.000 mittelgroße Influencer am Markt halten könnten.

"Bereits jetzt verdienen laut Umfragen allein 500.000 Menschen der Generation Z ihren Lebensunterhalt als Influencer", unterstreichen die Forscher. "Hinzu kommen noch Influencer anderer Generationen, und Influencer aus dem Ausland - unter diesen Annahmen dürfte der Markt als gesättigt angesehen werden."

Zu viel Werbung kostet Fans

Außerdem sei in der Branche viel Bewegung: Neue Influencer steigen auf, andere verlieren Follower. Besonders viele Influencer haben zudem durch fragwürdige Werbung ihre Glaubwürdigkeit verloren. Die Aktion um "Hydro Hype", bei der der Youtuber Marvin Wildhage mehrere Influencer dazu brachte, für eine gefälschte Gesichtscreme (in Wahrheit Gleitgel) zu werben, entlarvte viele Prominente als unglaubwürdig. Auch wird etlichen Influencern wie Iris Klein, nicht selten vorgeworfen, für alles zu werben, solange es Geld einbringt.

"Die Chancen stehen schlecht, dauerhaft als Influencer Geld zu verdienen", folgert IW-Digitalisierungsexpertin Barbara Engels. "Junge Menschen, die sich für eine Karriere als Influencer interessieren, sollten sich bei der Berufswahl eher an den angrenzenden Bereichen wie der IT-Branche orientieren."

Quelle: ntv.de, can/AFP

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