Wirtschaft

Handel mit IranChina reagiert auf neue Zoll-Ankündigung von Trump

13.01.2026, 10:01 Uhr
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Außenministeriumssprecherin Mao Ning kündigte an, Peking werde seine Rechte und Interessen entschlossen schützen. (Foto: picture alliance / Kyodo)

Donald Trump verhängt erneut Strafzölle, dieses Mal trifft es "jedes Land, das Geschäfte mit der Islamischen Republik Iran tätigt". Wer genau das sein soll, wird nicht klar. Darunter fallen dürfte jedoch in jedem Fall China. Deutschland hingegen betreibt nur sehr wenig Handel mit Teheran.

Die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle gegen Handelspartner des Iran stoßen bei China auf Kritik. Es sei die Überzeugung der chinesischen Führung, "dass es keine Gewinner bei einem Zollkrieg gibt", antwortete die Sprecherin des Außenministeriums in Peking, Mao Ning, auf eine Frage nach den neuen US-Zöllen. China werde "seine legitimen Rechte und Interessen entschlossen schützen".

Trump hatte am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social verkündet, dass für Länder, die Geschäfte mit dem Iran machen, ab sofort ein Zollsatz von 25 Prozent gelte. Die wichtigsten Handelspartner des Iran sind laut der Datenbank Trading Economics China, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Irak.

Geringe deutsche Iran-Geschäfte

Das deutsche Iran-Geschäft ist schon vor der Androhung von Strafzöllen durch Trump eingebrochen. Von Januar bis November 2025 sanken die Exporte in die Islamische Republik um 25,0 Prozent auf knapp 871 Millionen Euro, wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Das entspricht nicht einmal einem Anteil von 0,1 Prozent an den gesamten deutschen Ausfuhren.

Dennoch wird Deutschland als wichtigster Handelspartner des Iran in der Europäischen Union (EU) eingeordnet. 2024 waren die deutschen Iran-Exporte noch um sechs Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro gewachsen.

Im Außenhandel mit dem Iran bestehen in der EU bereits starke Beschränkungen wegen des dortigen Atomprogramms. Das macht sich auch bei den Importen bemerkbar. Diese summierten sich von Januar bis November 2025 auf knapp 217 Millionen Euro. Das waren 1,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Anteil an den gesamten deutschen Einfuhren entspricht weniger als 0,02 Prozent.

Einer Auswertung des bundeseigenen Wirtschaftsförderers Germany Trade and Invest (Gtai) zufolge machten chemische Produkte 2024 etwa ein Drittel der deutschen Iran-Lieferungen aus, ebenso wie Maschinen. Fast die Hälfte der Importe entfielen auf Nahrungsmittel, gefolgt von Rohstoffen (26,1 Prozent) und chemischen Erzeugnissen (12,0 Prozent).

Tausende Tote?

Die Proteste im Iran hatten vor zwei Wochen begonnen und richteten sich zunächst gegen die wirtschaftliche Lage. Inzwischen weiteten sie sich zu Massendemonstrationen gegen die Führung in Teheran aus.

Nach jüngsten Angaben der in Norwegen ansässigen Menschenrechtsgruppe Iran Human Rights (IHR) wurden bei den Einsätzen der Sicherheitskräfte gegen die regierungskritischen Proteste bereits mindestens 648 Demonstranten getötet, darunter neun Minderjährige. Einigen Schätzungen zufolge gebe es sogar mehr als 6000 Todesopfer, teilte die Organisation mit. Aufgrund der anhaltenden Internetsperre im Iran sei es aber "äußerst schwierig, diese Berichte unabhängig zu überprüfen". Schätzungsweise 10.000 Menschen seien außerdem festgenommen worden.

Auf eine Frage nach Empfehlungen für chinesische Reisende im Iran sagte Außenamtssprecherin Mao, die Regierung beobachte "die Entwicklung der Lage genau". "Wir werden alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Sicherheit chinesischer Bürger ergreifen", fügte sie hinzu.

Quelle: ntv.de, rog/dpa/rts

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